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Museumsverband Sachsen-Anhalt

Lessing auf der Bühne und im Film des „Dritten Reiches“

Wanderausstellung

Lessing auf der Bühne und im Film des „Dritten Reiches“
Wanderausstellung der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption

Der Umgang mit dem dramatischen Werk und der Person Gotthold Ephraim Lessings im „Dritten Reich“ ist in seiner wissenschaftlichen Aufarbeitung und Erschließung, aber erst recht in seiner öffentlichen Darstellung ein wenig beachtetes Thema. Die Ausstellung „Lessing auf der Bühne und im Film des ‚Dritten Reiches‘“ widmet sich dieser überaus ambivalenten Wirkungsgeschichte.

Anhand von ausgewählten Lessing-Inszenierungen und drei Filmen geht die Exposition der Frage nach, wie innerhalb der nationalsozialistischen Diktatur mit dem Andenken des Aufklärers Lessing umgegangen wurde: Wie verhielten sich die Ideen eines erklärten Kosmopoliten und Verfechters der Judenemanzipation zu einer Weltanschauung, die auf den Säulen Rassenideologie, rassischer Antisemitismus und gewaltsame Expansion ruhte?

An den Theatern gehörten Lessings Dramen zwischen 1933 und 1945 zum festen Repertoire. Sein Werk spielte vor allem für die historische und kulturelle Legitimation des Naziregimes eine Rolle. Dabei war der Umgang mit seinem Erbe zutiefst widersprüchlich. Während „Minna von Barnhelm“ zu den meistgespielten Stücken jener Zeit gehörte, blieb „Nathan der Weise“ für zwölf Jahre von den deutschen Bühnen verbannt. Die Bühnengeschichte Lessings zwischen 1933 und 1945 verbindet sich zudem mit einer Reihe bekannter Theaterkünstler wie Gustaf Gründgens, Jürgen Fehling oder Otto Falckenberg, deren Arbeit die Exposition ebenfalls nachgeht.

Dargestellt werden sowohl Versuche der Verdrängung und Verunglimpfung wie auch die besonders Ende der 1930er Jahre dominierenden Versuche zur Vereinnahmung des lessingschen Werks durch die Nationalsozialisten. Dabei bleibt zu konstatieren, dass Lessings Gedanken gegenüber propagandistischer Vereinnahmung resistent waren und es – im Gegensatz zu den Werken einer ganzen Reihe anderer namhafter Schriftsteller – letztlich nicht gelang, eine Deutungshoheit über sein Werk zu erlangen.
Raumbedarf:
Ausstellungssystem: Combino (www.combino.net)
Ausstellungstafeln: Resopal-Tafeln mit silbereloxiertem Aluminiumrahmen, Rahmenmaß: 96 x 125 cm (Präsentation als Stelltafel, aber auch hängend möglich)


Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption
Lessingplatz 1, 01917 Kamenz
Telefon: 03578/3805-15
Fax 03578/3805-23
info@lessingrezeption-kamenz.de
www.lessingrezeption-kamenz.de