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Museumsverband Sachsen-Anhalt

Aktuelles

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Halle
Kunstmuseum Moritzburg Halle

Rückkehr zweier Werke von Max Liebermann als Dauerleihgaben

Am 14. Mai 1938 befürwortete der hallesche Dezernent für das "Moritzburg-Museum“, Stadtschulrat und Gaukulturwart Bernhard Grahmann, einen Antrag des damaligen Direktors des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale), Hermann Schiebel, bezüglich der Aussonderung zweier Gemälde von Max Liebermann (1847–1935) mit folgenden Worten:
"Der Ankauf bzw. Austausch der 2 Bilder von Max Liebermann wird von mir befürwortet. Das Bild von SCHLEICH d. Ä. ist ein sehr wertvolles Gemälde, das zur Abrundung unserer Sammlung erforderlich ist. Die abzugebenden beiden Bilder von Liebermann sind für uns als Ausstellungsstücke nicht mehr verwendbar, da Liebermann Jude ist.“ Die beiden Gemälde "Venezianische Gasse nach links“ (1878) und "Alte Frau an der Haustür“ (1878) des in einem späteren Schreiben von Schiebel so bezeichneten "Juden L.“ wurden der Galerie Franke in Leipzig in Zahlung gegeben und im Tausch mit zusätzlichen 1000 Reichsmark die Ölstudie "Erntewagen in bayrischer Voralpenlandschaft“ (1863) von Eduard Schleich d. Ä. gekauft. Anders als z. B. in der Nationalgalerie Berlin, wo Werke Liebermanns auch nach der Aktion "Entartete Kunst“ zu sehen waren, entschied man sich in Halle (Saale), die Werke eigeninitiativ aus der Sammlung zu entfernen. Als "entartet“ galt die Kunst Max Liebermanns, der vor 85 Jahren verstarb, nicht aufgrund künstlerischer Aspekte, sondern weil er jüdischen Glaubens war.

Nun kehren die genannten beiden Werke Max Liebermanns 82 Jahre nach ihrer Aussonderung aus der Museumssammlung als Dauerleihgaben erstmals wieder an das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) zurück und wir laden Sie ein, dabei zu sein, wenn sie in die Ausstellung integriert werden. Bei dieser Gelegenheit werden wir detailliert über die Hintergründe des Verkaufs informieren und auch das eingetauschte Werk von Eduard Schleich d. Ä. präsentieren.


Neustart Kultur: Förderprogramm "Kultur.Gemeinschaften“
Seit Donnerstag, 20.08.2020, ist ein weiteres Förderprogramm aus der Corona Kulturmilliarde freigeschaltet worden. Ziel des Programms ist es, kleine nicht-staatliche Kultureinrichtungen beim Aufbau der digitalen Infrastruktur zu ertüchtigen. Unter "klein“ werden Einrichtungen mit max. bis zu 10 Mitarbeiter*innen verständen. Dazu zählen auch Museen. Gefördert wird die Anschaffung der notwendigen Technik zur Produktion digitaler Formate. Darüber hinaus werden Projekte zum Wissenstransfer und zur Vernetzung der Einrichtungen gefördert ebenso wie die Verbreitung der entstandenen Produktionen im Internet und in Sozialen Medien. Die geförderten Einrichtungen können hierfür auch externe Dienstleister mit der Produktion oder Umsetzung ihrer Projekte beauftragen. Zudem sollen mithilfe des Förderprogramms neue Beratungs-, Schulungs- und Weiterbildungsangebote entwickelt oder vermittelt werden.

Gefördert werden Maßnahmen mit einem Fördervolumen von mindestens 5.000 € und maximal 50.000 € pro Maßnahme. Anzustreben ist ein Eigenanteil in Höhe von mindestens 10 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben durch den Antragstellenden; dieser Eigenanteil kann ganz oder teilweise durch Eigenleistungen sowie durch Drittmittel (Stiftungen, Spenden, weitere öffentliche Zuwendungen etc.) erbracht werden.

Eine Antragstellung ist ab dem 15.September 2020 möglich. Alle weiteren Informationen unter https://www.kulturgemeinschaften.de/


Jahresrückblick 2019 des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt e.V.
Der Jahresrückblick 2019 des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt e.V. ist erschienen. Er gibt Ihnen einen Überblick zu den wichtigsten Themen, die den Verband im Jahr 2019 bewegten.

Mit dem Jahresbericht starten wir eine neue Publikation neben den "Museumsnachrichten" und dem "Verzeichnis der Museen". Wir hoffen, dass er auf Ihr Interesse stößt. Gern nehmen wir schon jetzt Ihre Anregungen für den Jahresrückblick 2020 entgegen.

Der Jahresrückblick 2019 steht zum Download unter jahresrückblick2019_museumsverband_sachsen-anhalt.pdf für Sie bereit.


Wiedereröffnung der Museen ab 4. Mai 2020
In der folgenden Übersicht finden Sie die Wiederöffnungstermine der Museen nach dem 4. Mai 2020.

Allstedt, Burg- und Schlossmuseum Allstedt: 12.05.2020
Aschersleben, Museum Aschersleben: 07.05.2020
Bitterfeld, Kreismuseum Bitterfeld: 26.05.2020
Blankenburg, Kloster Michaelstein: 13.05.2020
Blankenburg, Herbergsmuseum: 07.05.2020
Dedeleben, Heimatmuseum Dedeleben: 16.05.2020
Dessau, Stiftung Bauhaus Dessau: 12.05.2020
Dessau, Technikmuseum "Hugo Junkers": 06.05.2020
Dessau-Roßlau, Schloss Luisium: 08.05.2020
Dessau-Roßlau, Schloss Mosigkau: 08.05.2020
Diesdorf, Freilichtmuseum Diesdorf: 12.05.2020
Falkenstein, Museum Burg Falkenstein: 20.05.2020
Freyburg, Museum Schloss Neuenburg: 20.05.2020
Genthin, Kreismuseum Jerichower Land: 31.05.2020
Gräfenhainichen, Ferropolis: 24.04.2020
Goseck, Schloss Goseck: 20.05.2020
Halberstadt, Gleimhaus: 17.05.2020
Halberstadt, Domschatz Halberstadt: 20.05.2020
Halle, Händel-Haus: 07.05.2020
Halle, Landesmuseum für Vorgeschichte: 06.05.2020
Halle, Stadtmuseum Halle: 07.05.2020
Halle, Oberburg Giebichenstein: 16.05.2020
Halle, Kunstverein Talstrasse Halle: 05.05.2020
Halle, Franckesche Stiftungen zu Halle: 06.05.2020
Halle, Kunstmuseum Moritzburg Halle: 21.05.2020
Havelberg, Prignitz-Museum am Dom: 17.05.2020
Hettstedt, Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss: 13.05.2020
Kötzschau, Eisenbahnmuseum Kötzschau: 17.05.2020
Letzlingen, Museum Jagdschloss Letzlingen: 13.05.2020
Luth. Eisleben, Luthers Geburtshaus: 05.05.2020
Luth. Eisleben, Luthers Sterbehaus: 05.05.2020
Luth. Wittenberg, Augusteum: 05.05.2020
Luth. Wittenberg, Melanchthonhaus: 05.05.2020
Luth. Wittenberg, Lutherhaus Wittenberg: 05.05.2020
Luth. Wittenberg, Städtische Sammlungen: 09.05.2020
Magdeburg, Kulturhistorisches Museum Magdeburg: 05.05.2020
Magdeburg, Kloster Unser Lieben Frauen: 15.05.2020
Magdeburg, Dommuseum Ottonianum: 12.05.2020
Magdeburg, Museum für Naturkunde: 05.05.2020
Magdeburg, Technikmuseum: 21.05.2020
Mansfeld, Luthers Elternhaus: 05.05.2020
Marienborn, Gedenkstätte Marienborn: 13.05.2020
Memleben, Kloster und Kaiserpflaz Memleben: 05.05.2020
Merseburg, Kulturhistorisches Museum Schloss Merseburg
Merseburg, Merseburger Kapitelhaus und Domschatz: 15.05.2020
Naumburg, Naumburger Domschatzgewölbe: 15.05.2020
Nebra, Besucherzentrum Arche Nebra: 04.05.2020
Oranienbaum, Schloss Oranienbaum: 08.05.2020
Oschersleben, Stadtmuseum Oschersleben: 14.05.2020
Prettin, GS KZ Lichtenburg Prettin: 08.05.2020
Quedlinburg, Lyonel-Feininger-Galerie: 13.05.2020
Sangerhausen, Spengler-Museum: 12.05.2020
Schönebeck, Salzlandmuseum: 14.05.2020
Staßfurt, Stadt- und Bergbaumuseum Staßfurt: 17.05.2020
Staßfurt, Fahrzeugmuseum Staßfurt: 17.05.2020
Stendal, Winckelmann-Museum : 09.05.2020
Stolberg, Museum: 08.05.2020
Stolberg, Alte Münze: 08.05.2020
Straßberg, Bergwerksmuseum Grube Glasebach: 11.05.2020
Tangermünde, Museen der Stadt Tangermünde: 05.05.2020
Thale, Hüttenmuseum Thale: 19.05.2020
Tilleda, Freilichtmuseum Königspfalz: 25.05.2020
Ummdorf, Börde-Museum Burg Ummendorf: 13.05.2020
Weißenfels, Museum Schloss Augustusburg: 05.05.2020
Weißenfels, Heinrich-Schütz-Haus: 05.05.2020
Weißenfels, Novalis-Gedenkstätte Weißenfels: 05.05.2020
Wernigerode, Schloß Wernigerode GmbH: 14.05.2020
Wettelforde, ErlebnisZentrum Bergbau: 06.06.2020
Wettin, Carl-Loewe-Museum: 02.06.2020
Wiederstedt, Novalis-Museum: 08.05.2020
Wörlitz, Schloss Wörlitz: 08.05.2020
Wolmirstedt, Museum Wolmirstedt: 12.05.2020
Zerbst, Museum der Stadt Zerbst: 12.05.2020


Corona Erste Hilfe Box
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

hiermit erhalten Sie die "Corona-Erste Hilfe Box“. Darin enthalten sind die überarbeitete Handreichung zur 5. Eindämmungsverordnung SARS-CoV-2 des Landes Sachsen-Anhalt vom 2. Mai 2020 sowie Plakate für den Außen- und Innenbereich Ihres Museums zur freien Verwendung in verschiedenen Varianten und auch Entwürfe für die derzeit angewiesenen Erfassungsbögen für die Besucher.

Die grafischen Angebote der Box können Sie wegen der Datenmenge am schnellsten und besten von Wetransfer mit dem Link: images/corona_erste_hilfe_box_museen.zip herunterladen. Für die Öffnung von Gedenkstätten (NS, DDR-Unrecht) haben wir inzwischen gesonderte Plakate im kostenlosen Angebot. Hier der Link zum Wetransfer: images/plakate_verhaltensrichtlinien_gedenkstätten.zip
Bitte melden Sie sich, falls Ihnen der Download aus technischen oder Datenschutzgründen nicht möglich ist. Gern senden wir Ihnen das Paket auch per Mail zu (Dateigröße: 24 MB).

Wir wollen Sie damit unterstützen und hoffen, dass die Box hilft, umsichtig die Wiedereröffnung Ihrer Häuser unter den Bedingungen der Pandemie zu planen. Es geht nicht um ein Wettrennen, welches Haus als erstes öffnet. Es geht vielmehr darum, dass unsere Gäste und auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesund die Epidemie überstehen. Ich wünsche Ihnen einen gelungenen Neustart.

Ich hoffe, dass Sie unsere Box auch gestalterisch überrascht und in jeder Hinsicht anspricht. Seit dem letzten Herbst arbeiten wir an einer Erneuerung unseres Erscheinungsbildes. Es sollte keine Revolution, sondern eher eine Evolution unter Wahrung des bekannten Logos sein. Nach 10 Jahren war die Zeit dafür reif. Ich danke für die Mitwirkung an der Entwicklung seitens des Vorstandes insbesondere Dr. Laabs und Dr. Philipsen und selbstverständlich für die Geschäftsstelle Frau Breer und Frau Kopp-Sievers.

Natürlich bewegte uns vor allem die frische neue Farbgebung. Wir denken, dass sie mehr ins Auge springt, dass sie mehr Präsenz hat, als das traditionelle Blau. Als "Babyblau“ wurde es anfangs verspottet, im Verlauf der Jahre wurde es vertraut. Trauen wir dies nun "Pantone 375 U“ auch zu. Das die neue Farbe gerade jetzt erstmals verwendet wird, ist hoffentlich auch ein kleines positives Signal.

Aus mehreren Angeboten für das neue Erscheinungsbild wurden die Entwürfe von Frau Juliane Sieber ausgewählt (julianesieber). Sie ist durch ihren Arbeiten für das Museum Schloß Neuenburg, die Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg, das Kunstmuseum Moritzburg Halle oder das Universitätsmuseum der Zentralen Kustodie in Halle ausgewiesen und in unserer Museumslandschaft insgesamt sicherlich auch keine Unbekannte mehr.

Sukzessive werden wir die neuen Ideen für Geschäftspapiere, die "Museumsinformationen“, die "Museumsnachrichten“ und Sonderpublikationen einsetzen. Am aufwändigsten ist die Neugestaltung der Webseite, die auch neue zeitgemäße Funktionalitäten erhalten soll. Bitte geben Sie uns dafür noch Zeit.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Ulf Dräger
Vorsitzender

(Stand: 05.05.2020)


Handreichung zur Öffnung von Museen für den Publikumsverkehr
unter Berücksichtigung der Auflagen zur Eindämmung von SARS-CoV-2 zum Schutz der Mitarbeiter*innen und Besucher*innen
(Stand 22.04.2020)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleg*innen,
das Land Sachsen-Anhalt hat den Beschluss in Aussicht gestellt, dass Museen ab dem 4.Mai für den Publikumsverkehr öffnen wieder können. Es bestehe auch die Bereitschaft aus dem allgemeinen Votum der Abstimmungsgespräche zwischen Bund und Ländern auszuscheren, bekräftigte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff anlässlich der Pressekonferenz der Landesregierung Sachsen-Anhalt am 16.04.2020. Der Museumsverband Sachsen-Anhalt begrüßt trotz der bestehenden Ausnahmesituation die generelle Möglichkeit einer Wiedereröffnung der Museen und Ausstellungen im Land, weil damit den kulturellen Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger und dem öffentlichen Bildungsauftrag der Museen zumindest teilweise wieder entsprochen werden kann.

Dennoch muss immer wieder darauf verwiesen werden, dass eine Öffnung der Museen nicht ein Zurück in die Zeit vor der SARS-CoV-2 Pandemie bedeutet, sondern nur eine Öffnung unter den Rahmenbedingungen der SARS-CoV-2 Pandemie ist und daher alle einschränkenden Vorgaben zu beachten sind. Immerhin zählen 35 % der Bevölkerung Sachsen-Anhalts zu einer Risikogruppe. Viele aus dieser Gruppe gehören zu den treuesten Museumsbesucher*innen. Eine Öffnung kann also nur sehr vorsichtig geschehen. Die Fürsorge für Mitarbeiter*innen und Besucher*innen muss für Träger und Museumsleitungen Priorität besitzen. Die notwendigen Konzepte der einzelnen Häuser müssen ggf. den Prüfungen der örtlichen Gesundheitsämter standhalten, um nicht einer Verbreitung durch Museen Vorschub zu leisten.

Allerdings ist die Konzeption und Realisierung von konkreten Rahmenbedingungen für die Wiederöffnung von individuellen räumlichen, technischen, personellen und ökonomischen Bedingungen abhängig, außerdem von ausstehenden Regelwerken (z.B. Empfehlungen der Kultusministerkonferenz für Schulen zum 29.04.2020), von Investitionen der Träger in Abschirmungsinstallationen, in die Schulung von Personal und nicht zuletzt von den Prognosen des speziellen Besucherpotentials in Anbetracht der fortbestehenden Kontaktverbotsregeln und touristischen Einschränkungen.

Deshalb ist von einer schrittweisen Wiedereröffnung der Museen über einen längeren Zeitraum auszugehen. Eine generelle Wiedereröffnung aller Museen zu einem bestimmten Zeitpunkt ist nicht realistisch. Der Gefahr einer ungeregelten Wiederöffnung im Zugzwang allgemeiner Lockerungen der Eindämmungsvorschriften soll diese Empfehlung entgegenwirken.

Zunächst ist die Öffnung vorwiegend für regionale Individualbesucher in Museen und Sonderausstellungen mit großen Räumlichkeiten und mit richtungsgebundenen Rundgängen zu empfehlen. Dies trifft insbesondere für Museen in Städten und Freilichtmuseen zu. Kleine Räumlichkeiten, in denen die Abstandsregeln nicht einzuhalten sind, sollten genauso wie Gruppenführungen und museumspädagogische Werkstätten sowie vergleichbare Formate so lange nicht angeboten werden, bis allgemeine Empfehlungen - z.B. für Schulen - analog umgesetzt werden können.

Nicht zu empfehlen ist die derzeitige Öffnung von Museen mit vorwiegend touristischem Besucherpotential, da wegen der allgemeinen Bewegungseinschränkungen die Wirtschaftlichkeit des Betriebes abzuwägen bleibt.
Nicht zu empfehlen ist die Öffnung von Ausstellungen, die lediglich in Gruppenführungen zu besuchen sind, sofern nicht entsprechende Vorkehrungen die Einhaltung der Pandemieregeln garantieren. Gleiches gilt für den Ausschluss der Nutzungsmöglichkeiten jeglicher Aktiv- oder taktilen Angebote, auch für Touch-Screens, VR-Brillen usw., sofern die gebotenen Hygieneregeln nicht garantiert werden können.

Vorhandene technische Einrichtungen zur Regulierung der Besucherströme wie z.B. das Online-Ticketing, Zugangsschleusen u. ä. sind nützliche Hilfsmittel, dürfen jedoch keine generelle Hürde für die Öffnungsmöglichkeit darstellen. Sie sind bei den Museen im Land bisher nur sehr selektiv vorhanden. Eine solche Hürde würde hohe Investitionen und eine mehrmonatige Realisierungszeit bedeuten.
Auf die engagierten Vermittler*innen in unseren Museen kommen in den nächsten Wochen und Monaten besondere Herausforderungen zu. Sie können bei der Wiedereröffnung nicht auf die gewohnten Vermittlungsformate und Zielgruppen setzen. Vielmehr müssen sie neue Wege finden für die Erschließung der Ausstellungen für Familien und Individualbesucher finden. Dies kann geschehen im Rahmen von durch Beschriftung gelenkten Rundgängen, Museumskoffern für Schulen und KiTas oder Zielgruppengerechte Erschließung der Bestände in museum-digital.de für den etwas anderen Schulunterricht bis hin zu Webinaren für Schulen usw.

Mit der vorliegenden Handreichung möchte der Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V. den Museen im Land eine praxisnahe Hilfestellung geben und sie auf die Wiedereröffnung unter den Bedingungen der Maßnahmen zum Infektionsschutz vorbereiten.

Was uns besonders am Herzen liegt:
Heissen Sie Ihre Besucher*innen trotz aller Beschränkungen herzlich willkommen! Die Besucher*innen sollen sich wohlfühlen und merken, dass Sie alles für einen gefährdungsfreien und dennoch erlebnisreichen Besuch tun! Und bedenken Sie Ihre besondere Verantwortung für Ihre Mitarbeiter*innen.

Drücken Sie uns die Daumen, dass 2020 doch noch ein ertragreiches Jahr werden wird. Bleiben Sie motiviert, tatkräftig und vor allem gesund!

Ulf Dräger, Vorsitzender
Susanne Kopp-Sievers, Geschäftsführerin

Weitere Informationen erhalten Sie unter E-Mail: info@mv-sachsen-anhalt.de


Hinweise zur Arbeit für Museen und Gedenkstätten
in Zeiten der Coronavirus SARS-CoV-2 Epidemie
(Stand: 23.03.2020)

Am 23.03.2020 in Kraft getretene Allgemeinverfügung für das Land Sachsen-Anhalt zur Vermeidung der Verbreitung des Coronavirus:
https://www.sachsen-an-halt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/StK/STK/Startseite_pdf_Dokumente/Allgemeinverfu__gung22.3.2020.pdf

Weitere Informationen finden Sie unter:
https://www.sachsen-anhalt.de/startseite/news-detail/news/verschaerfte-massnahmen-gegen-den-corona-virus/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction

Pressemitteilung 1. Land gewährt Soforthilfe für Künstler und 2. Projektförderung Kulturbereich Nr. 131/2020
Magdeburg, 20. März 2020
1. Land gewährt Soforthilfe für Künstler
Die kleine und besonders anfällige Kunst- und Kulturszene des Landes leidet in besonderem Umfang unter den Folgen der COVID-19 Pandemie und den damit verbundenen Absagen praktisch aller Veranstaltungen. Die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur hat daher verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung der Kunst- und Kulturszene auf den Weg gebracht. Eine finanzielle Soforthilfe des Landes für in existenzielle Notlage geratene Künstlerinnen und Künstler wird ab nächste Woche zu beantragen sein, weitere Maßnahmen der Bundesebene wie die Öffnung der Grundsicherung (Hartz IV) für Soloselbständige sollen folgen. Das Land hat den Bund auch gebeten, Entlastungen bei den Beiträgen zur Künstlersozialkasse zu prüfen.

Dazu Staats- und Kulturminister Robra: „Uns erreichen derzeit viele Hilferufe aus der Kunst- und Kulturszene. Der Kulturbereich liegt momentan nahezu komplett brach. Für die Betroffenen bedeutet das in der Regel einen kompletten Einnahmeverlust mit allen damit verbundenen Existenzsorgen. Für diese Menschen bieten wir unbürokratisch und unkompliziert eine erste Soforthilfe an. Des Weiteren werden wir bei der Abrechnung von geförderten, aber nicht realisierbaren Projekten äußerste Flexibilität zeigen.“

Zu den einzelnen Maßnahmen:
1. Kurzfristige Unterstützung in Höhe von 400 € pro Monat und Person.
Antragsberechtigt sind selbständige Künstlerinnen und Künstler, die in den Bereichen Musik, darstellende oder bildende Kunst ihre künstlerische Tätigkeit schaffen, ausüben oder lehren sowie Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Die künstlerische oder schriftstellerische Tätigkeit wird erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausgeübt. Die Antragsberechtigten müssen ihren Wohnsitz in Sachsen-Anhalt haben.
Rechtsgrundlage ist die Ausnahmeregelung Nr. 7.4 der Kulturförderrichtlinie Sachsen-Anhalt. Bewilligungsstelle ist das Landesverwaltungsamt. Das Antragsformular wird in Kürze auf der Webseite des Landesverwaltungsamts zur Verfügung stehen.

Zusätzlich gilt: Wer sein Einkommen aufgrund von Einbrüchen durch Absagen o.ä. nach unten korrigieren muss, sollte dies unbedingt auch der Künstlersozialkasse melden.
Damit sinken auch die monatlichen Beitragszahlungen. Das Formular:
https://www.kuenstlersozialkasse.de/fileadmin/Dokumente/Mediencenter_K%C3%BCnstler_Publizis-ten/Vordrucke_und_Formulare/Aenderung_Arbeitseinkommen.pdf?fbclid=IwAR11z0rzS8xlI6ihL-DpqnjCc0Bmz3kVdAudtiZ6fzDhN8tTQs91qK1ClGs

2. Flexibilität im Umgang mit genehmigten, nach der Kulturförderrichtlinie des Landes geförderten Projekten
Für Projekte, die wegen der Pandemie nicht wie beantragt durchgeführt werden können sowie Projekte, die zwischenzeitlich abgesagt worden sind, soll geprüft werden, ob bereits entstandene, unabwendbare Kosten und Regressansprüche als zuwendungsfähig anerkannt werden. Bei jedem der kritischen Fälle wird das Landesverwaltungsamt individuell und sorgfältig mit den Antragstellern bzw. Zuwendungsempfängern nach einer Lösung suchen. Projektträger sollen sich nach einer Förderung rechtzeitig bei dem Landesverwaltungsamt melden, wenn sie die Maßnahme nicht oder nur teilweise durchführen können.


Hinweise zur Museumsarbeit in Zeiten der Coronavirus Epidemie!
Aktuelle Informationen zu den Maßnahmen der Landesregierung Sachsen-Anhalt
https://www.sachsen-anhalt.de/startseite/
https://stk.sachsen-anhalt.de/service/corona-virus/

Landesverwaltungsamt Halle (LVWA) und Fragen zum Fortgang Ihrer Projekte
Vor dem Hintergrund der einschränkenden Maßnahmen können sich für Projekte wie Ausstellungen Verzögerungen ergeben. Hierzu folgende Hinweise:
Im LVWA finden in den nächsten vier Wochen keine Sprechstunden und Beratungsgespräche statt. Nach wie vor steht Ihnen das LVWA zur Verfügung. Doch bevor Sie dort zu Fragen zu Ihren Projekten anrufen, empfehlen das LVWA Abteilung Kultur/Museen und der Museumsverband zu prüfen,
- was in diesem Jahr aufgrund der eingeschränkten Maßnahmen im Rahmen der Arbeitsplanung von den Mitarbeiter*innen des Museums realisiert werden kann;
- was können Sie im Rahmen des/der beantragten Projekte umsetzen. Können terminlich gebundene Maßnahmen wie z.B. Sonderausstellungen (die derzeit laufenden) verlängert oder in das kommende Jahr verschoben werden?
- Prüfen Sie, ob ggf. Verträge aufgehoben werden können, um Kosten zu sparen.

Mit diesen Überlegungen tragen Sie dazu bei, dass Sie Ihre Fragen zum Projektverlauf gezielt stellen und diese vom LVWA gezielt beantwortet werden können. Das LVWA ist im Hinblick auf Ihre Projekte grundsätzlich zur Ermessensausübung bereit. Die bisher avisierten Zuwendungshöhen sollen bleiben, wenn zu gegebener Zeit – z.B. mit der Einreichung der geänderten inhaltlichen Planung – ein Nachweis darüber erfolgt, dass Verträge nicht aufgehoben werden konnten und Einnahmeverluste bestehen. Grundsätzlich stehen Ihnen die avisierten Fördermittel bis zum 31.12.2020 zur Verfügung (bei mehrjährigen Projekten darüber hinaus).

Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung
bietet die Gesetzliche Unfallversicherung:
https://www.dguv.de/de/praevention/themen-a-z/biologisch/faq-coronavirus/index.jsp
Ein Blick in die Museumseigene Notfallplanung kann sich auch als hilfreich erweisen.

Hinweise zu Fragen rund um das Arbeitsrecht und Homeoffice
Bundesministerium für Arbeit und Soziales: https://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2020/corona-virus-arbeitsrechtliche-auswirkungen.html

Deutscher Gewerkschaftsbund:
https://www.dgb.de/themen/++co++fdb5ec24-5946-11ea-8e68-52540088cada

Dürfen Handwerker weiter im Museum arbeiten?
Nach gegenwärtigem Stand des Maßnahmeplans der Landesregierung Sachsen-Anhalt (18.03.2020) dürfen Dienstleister (wie z.B. Dachdecker, Klempner, Elektriker, das Bauhandwerk) ihrer Tätigkeit nachgehen, d.h. Aufträge annehmen und abarbeiten. Das gilt auch für das Reinigungsgewerbe! Machen Sei jetzt den Großputz in Ihrem Museum! Hygienische Maßnahmen und Abstand sind einzuhalten, der Kontakt ist auf ein Mindestmaß zu begrenzen. (https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html#c11965)

Hinweise zur digitalen Öffentlichkeitsarbeit
Nutzen Sie die Zeit zum Einstellen von Objekten auf www.museum-digital.de/st sowie den blog von museum-digital. Museen, die in den sozialen Medien aktiv sind, nutzen den Hashtag #closedbutopen. Infos dazu unter https://archivalia.hypotheses.org/121620 Ein gutes Beispiel ist das Kunstmuseum Moritzburg Halle/Saale unter https://www.kunstmuseum-moritzburg.de/ihr-besuch/closedbutopen/

Hinweise zum Internationalen Museumstag 17.05.2020 (IMT)
Es ist unklar, wie sich die Situation bis zum IMT am 17. Mai 2020 entwickeln wird. Der IMT wird bisher nicht abgesagt. Er soll auf jeden Fall stattfinden. Der DMB empfiehlt, weiterhin Werbung für den Tag zu machen, aber die Kosten zu reduzieren, um dem Fall einer Absage Rechnung zu tragen. Es wird sich vielleicht um einen rein digitalen Aktionstag handeln müssen. Unter dem Hashtag #MuseenEntdecken und #DigAMus informiert der DMB auf seinen Social-Media Kanälen ab sofort über digitale Formate und gibt Anregungen für eine Umsetzung am IMT.

(Stand: 18.03.2020)


Kulturstiftung Sachsen-Anhalt
Kultur lädt ein
Knapp 600.000 Besucher bei Kulturstiftung Sachsen-Anhalt zu Gast


Die 18 Monumente der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr 578.115 Besucher angelockt. Etwa die Hälfte von ihnen (305.957) zog es in die Ausstellungen unserer Museen. Als Zugpferde erwiesen sich die Burg Falkenstein mit 84.411 und das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) mit 75.941 Gästen aus ganz Europa. Ebenso gut besucht waren Museum Schloss Neuenburg mit 51.235 Mittelalterfreunden und Museum Kloster Michaelstein mit 24.815 Musik- und Naturliebhabern.

"Das ist ein sehr gutes Ergebnis und spricht für die Attraktivität unserer Ausstellungen und Denkmale“, freut sich der Generaldirektor der Kulturstiftung Dr. Christian Philipsen und lobt gleichzeitig das Engagement seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Auch die Dome in Magdeburg, Halberstadt, Havelberg und Halle erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. 54.957 Gäste zog der Dom Halberstadt mit seinem weltberühmten Schatz in den Bann. Vor allem der Dom in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt war mit 157.920 Menschen ein Besuchermagnet.

Diese Anziehungskraft gilt es zu erhalten. Dafür dienen die seit Jahren laufenden Baumaßnahmen durch die Kulturstiftung. Im Frühjahr starten die Sanierungsarbeiten am Ostchor des Magdeburger Domes, zuerst am Außenbereich, später im Innenraum. Sie werden gut 6 Jahre dauern und einen Kostenumfang von ca. 7 Mio. Euro betragen.

Im Kalender für 2020 steht auch die Neugestaltung der Freiflächen im Kloster Michaelstein. Mit diesem Projekt im Kostenumfang von ca. 4 Mio. Euro werden die Ergebnisse eines Landschaftsarchitekturwettbewerbs umgesetzt. Baustart ist im Sommer.

Bis März 2020 soll der neue Aufzug im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) fertiggestellt sein. Er verbindet künftig barrierefrei alle Ausstellungsebenen. Die Kosten für die komplizierten Baumaßnahmen belaufen sich auf ca. 1 Mio. Euro.
Schließlich der Ausblick auf die kommenden Sonderausstellungen in den Museen der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt: Am 8.3.2020 eröffnet "Karl Lagerfeld. Fotografie. Die Retrospektive“ im Kunstmuseum Moritzburg. Die weltweit erste umfassende Würdigung des fotokünstlerischen Schaffens des 2019 verstorbenen Modeschöpfers wird bis 23.8.2020 gezeigt.
Nach Frankreich entführt auch „La Bohème. Henri de Toulouse-Lautrec und die Meister vom Montmartre an (4.10.2020–17.1.2021). Die Präsentation zeigt das gesamte Plakat-OEuvres von Henri de Toulouse-Lautrec und seiner in Paris wirkenden Künstlerkollegen.
Aus Anlass des 900-jährigen Jubiläums der Burg Falkenstein präsentiert eine Sonderausstellung mittelalterliche Münzen aus dem Harzraum und erzählt ihre Geschichte.
Auch in Havelberg wird gefeiert. Zur 850-jährigen Weihe des Domes wird vom 12.–14.6.2020 mit einer großen öffentlichen Fachtagung die Geschichte von Dom und Domkapitel gewürdigt.
Eine rundes Jubiläum steht im Museum Schloss Neuenburg auf dem Programm. Vom 19.–21.6.2020 findet dort das 30. Internationale Festival für mittelalterliche Musik "montalbâne“ statt.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte auch den Medienaussendungen unserer Museen.


Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
bewilligt 2019 weitere 1,9 Millionen Euro für 25 Projekte der Provenienzforschung

Kommerzienrat Felix Ganz war ein angesehener Mainzer Bürger. Er war Inhaber der traditionsreichen Firma "Teppich Ganz“, ein Weltkriegsveteran und Besitzer einer herausragenden Sammlung orientalischer und ostasiatischer Kunst. 1934 wurde seine Firma entschädigungslos "arisiert“, seine Villa beschlagnahmt und dem Gestapobeamten Adolf Wegner zugewiesen. Felix Ganz wurde alles genommen. Er musste fortan in "Judenhäusern“ leben, wurde 1942 mit seiner zweiten Frau Erna nach Theresienstadt deportiert und schließlich 1944 in Auschwitz ermordet.

Was wurde aus seinem Besitz, was aus seiner Kunstsammlung, den Bildern, Skulpturen, Zeichnungen, Teppichen?

Der Fall des Händlers Felix Ganz ist eines von 25 Forschungsprojekten, die neben anderen ab 2019 vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg finanziell unterstützt werden. Im Einverständnis mit dem in London lebenden Urenkel Adam Ganz geht das Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz dem Fall nach, will Verbleib und genauere Umstände des Verlustes klären.

Der Vorstand des Zentrums Kulturgutverluste in Magdeburg hat nun auf Empfehlung seines Förderbeirates "NS-Raubgut“ in einer zweiten Antragsrunde 1,9 Millionen Euro für Provenienzforschung an Museen, Bibliotheken, wissenschaftliche Einrichtungen sowie für drei Privatpersonen bewilligt. Insgesamt hat das Zentrum damit in diesem Jahr vier Millionen Euro Fördergeld bereitgestellt, eine Summe, die ungefähr dem Volumen der Vorjahre entspricht.

Seit 2008 fördern Bund und Länder Projekte zur Provenienzforschung, bis heute mit insgesamt 31,7 Millionen Euro. Mit dem Geld konnten 331 Projekte realisiert werden. National und international ist das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg der zentrale Ansprechpartner zu allen Fragen unrechtmäßig entzogenen Kulturgutes im 19. und 20. Jahrhundert, das sich heute in Sammlungen kulturgutbewahrender Einrichtungen befindet. Anträge für längerfristige Projekte können jeweils bis zum 1. Januar und 1. Juni eines Jahres eingereicht werden. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste fördert nicht nur Forschungsprojekte, es dokumentiert darüber hinaus Kulturgutverluste auch in seiner öffentlich zugänglichen Datenbank "Lost Art“ als Such- und Fundmeldungen.

Weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten unter: kulturgutverluste

Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
Stiftung bürgerlichen Rechts
Pressestelle
Humboldtstraße 12 | 39112 Magdeburg
Telefon +49 (0) 391 727 763 24
Telefax +49 (0) 391 727 763 6
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Förderung von Provenienzforschung
Seit dem 1. April 2015 befindet sich der Sitz des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste in der Humboldtstraße 12 in Magdeburg. Es führt unter anderem die Aufgaben der ehemaligen Koordinierungsstelle Magdeburg, die im April 2000 lostart online schaltete, und der ehemaligen Arbeitsstelle für Provenienzforschung fort. Das Zentrum hat vor allem die Aufgabe, öffentliche Einrichtungen bei der Suche nach NS-Raubkunst zu beraten und finanziell zu unterstützen. Auf der Website finden Sie Hinweise zu den Förderrichtlinien: kulturgutverluste


KNK-Einrichtungen setzen auf Besucherforschung:
Audience Development Projekt der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen (KNK) – Konzeptentwicklung abgeschlossen, Umsetzung ab Saisonstart 2020

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters (BKM), hatte im August 2019 die Weiterführung des Audience Development-Projekts der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen (KNK) bewilligt und zunächst Mittel für die Entwicklung einer entsprechenden Konzeption freigegeben. Nachdem in einem ersten BKM-geförderten Projekt 2017/18 in verschiedenen Einrichtungen Mecklenburg-Vorpommerns Daten für den ländlichen Raum erhoben und ausgewertet worden sind, ist das Besondere des neuen Projektes seine bundesländerübergreifende Ausrichtung mit dem Fokus auf Kultureinrichtungen im Umfeld von Metropolen. KNK-Einrichtungen in 5 Bundesländern sollen vergleichend evaluiert und analysiert werden.
Bei dem Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), der Kunstsammlungen Chemnitz, der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale), und der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha ging es zunächst um die Erstellung einer Konzeption zur Erhebung der Besucherstruktur in den genannten Einrichtungen. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der kulturellen Teilhabe und der Nicht-Besucheranalyse, für die Verfahren und methodische Ansätze entwickelt werden sollten. Die Projektpartner beabsichtigten damit, vergleichbare Untersuchungsergebnisse zu Besucherstruktur, -motivation und -zufriedenheit sowie zu Bildungs-, sozialen und kulturellen Hintergründen zu erlangen und diese künftig für die zielgruppenorientierte Ausrichtung der Angebote zu nutzen. Dies mit der Zielsetzung, dem sozialen und bildungspolitischen Auftrag der Institutionen besser nachzukommen, neue Publikumsschichten zu gewinnen, die bestehende Nachfrage zu stabilisieren und das Publikum langfristig zu interessieren und zu binden.
Für das Erhebungsverfahren wurde ein Institut mit der Entwicklung einer Konzeption beauftragt, auf deren Grundlage 2020 die Umsetzung erfolgen wird. Bestandteil der vorliegenden Konzeption bildet ein gemeinsam mit den Projektpartnern entwickelter Fragebogen, der auch standortspezifische Fragemodule umfasst. Ein besonderer Schwerpunkt bildet ergänzend dazu eine Nicht-Besuchsanalyse, die auf den im vorliegenden Konzept entwickelten Verfahren und methodischen Ansätzen basieren wird.

Mit der Konzepterstellung beauftragt war das in Bremen ansässige und auf Besucherforschung im Kulturbereich spezialisierte Institut kultur.markt.forschung. Die Umsetzung des Audience Developement Projektes wird ab Saisonstart im Frühjahr 2020 auf dieser Grundlage mit den Besucherbefragungen in den beteiligten Kultureinrichtungen begonnen.

Projektpartner und beteiligte Museen:
1. Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mit den Märkischen Schlössern: den Schlossmuseen Rheinsberg, Oranienburg, Paretz, Königs Wusterhausen, Caputh sowie Schönhausen in Berlin-Pankow
2. Stiftung Schloss Friedenstein Gotha (Thüringen) mit dem barocken Universum Gotha (Schlossmuseum, Herzogliches Museum, Historisches Museum, Museum der Natur, Ekhof-Theater)
3. Kunstsammlungen Chemnitz (Sachsen) mit den Kunstsammlungen am Theaterplatz, dem Museum Gunzenhauser, dem Henry van de Velde-Museum in der Villa Esche und dem Schlossbergmuseum
4. Kulturstiftung Sachsen-Anhalt mit dem Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt)


Leitfäden des Deutschen Museumsbundes
Im Internet unter museumsbund.de/cms/index.php?id=773&L=0 stehen folgende Leitfäden zur Museumsarbeit zum Download zur Verfügung
- Bürgerschaftliches Engagement im Museum (2008)
- Qualitätskriterien für Museen: Bildungs- und Vermittlungsarbeit (2008)
- Museumsberufe - Eine europäische Empfehlung (2008)
- Leitfaden für das wissenschaftliche Volontariat am Museum (2018)
- Leitfaden für die Erstellung eins Museumskonzepts (2011)
- Nachhaltiges Sammeln – Ein Leitfaden zum Sammeln und Abgeben von Museumsgut (2011)
- Standards für Museen (2011)
- Leitfaden für die Dokumentation von Museumsobjekten (2011)
- schule@museum – Eine Handreichung für die Zusammenarbeit (2012)
- Museen, Migration und kulturelle Vielfalt; Handreichung für die Museumsarbeit (2015)
- Das inklusive Museum - Ein Leitfaden zu Barrierefreiheit und Inklusion (2016)
- Hauptsache Publikum! Besucherforschung für die Museumspraxis (2019)


Umgang mit Archivgut
Viele Museen enthalten Archivgut oder sind für die städtischen historischen Archive zuständig. Das Landesarchiv NRW hat eine umfangreiche, an der Praxis orientierte Broschüre zum Umgang mit Archivgut herausgegeben:
Clemens Rehm/Wilfried Reininghaus (Hg.): Richtlinien zu Kulturgut und Notfallbewältigung. Neue Strategien der Schadensprävention und -behebung bei Archivgut. Düsseldorf 2011 (Veröffentlichungen des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen 42).
ISBN 978-3-9804317-1-2. 172 S., broschiert,
Verkaufspreis: 5 Euro.

Der Band kann über das Landesarchiv NRW
Graf-Adolf-Straße 67
40210 Düsseldorf
Tel.: +49 211 159238-0
Fax: +49 211 159238-111