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Museumsverband Sachsen-Anhalt

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Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin

Prettin

Fenster in einer Dunkelzelle des ehemaligen Bunkers, 2011 Werkstattgebäude auf dem Nordhof zwischen Lazarettgebäude (links) und Zelenbau (rechts), 2014

Im Renaissanceschloss Lichtenburg inmitten der Kleinstadt Prettin (heute Ortsteil von Annaburg) befanden sich in den Jahren von 1933 bis 1945 in zeitlicher Abfolge ein Männer-KZ, ein Frauen-KZ und ein Außenlager des KZ Sachsenhausen. Mehr als 10.000 Menschen waren in diesem Zeitraum im KZ Lichtenburg inhaftiert.
Das Schlossensemble ist bis heute fast vollständig in seiner historischen Bausubstanz erhalten. Im ehemaligen Werkstattgebäude wurde im Dezember 2011 eine Dauerausstellung eröffnet, die den Titel „‚Es ist böse Zeit …‘ Die Konzentrationslager im Schloss Lichtenburg 1933-1945“ trägt. Zur Gedenkstätte gehört darüber hinaus der ehemalige Bunker als Ort der Bestrafung und des verschärften Arrests im KZ Lichtenburg.

Die Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin verfügt neben dem Zugang zum ehemaligen Bunker über eine Ausstellung auf zwei Etagen, die über die Geschichte des Schlosses und der verschiedenen Konzentrationslager informiert. Einen besonderen Aspekt bilden die sog. Frühen Konzentrationslager und die Entstehung des Systems der Konzentrationslager am Beispiel der Lichtenburg.
Die Besucher erwartet ein umfangreiches und vielfältiges pädagogisches Angebot, das sich an Jugendliche und Erwachsene richtet. Dazu gehören Überblicksführungen sowie Projekttage zu verschiedenen thematischen Schwerpunkten, die für Gruppen konzipiert sind. Eine Anmeldung ist dafür erforderlich.

Detaillierte Angaben zu den Bildungsangeboten finden Sie unter folgendem Link auf der Internetpräsentation der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin.

Der Eingang in das Besucher- und Dokumentationszentrum sowie der Weg zum ehemaligen Bunker sind barrierearm, der Zugang zum Bunker möglich. Im Besucher- und Dokumentationszentrum befindet sich ein Fahrstuhl zur oberen Etage der Ausstellung, eine barrierefreie Toilette ist vorhanden.

© Alle Bilder Fotosammlung der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin

Sonderausstellungen

Sonderausstellung vom 22.05.2018 bis 31.08.2018
"… unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten“
Die medizinische Versorgung durch Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück

Die SS verschleppte 120.000 Frauen aus 30 Ländern in das Konzentrationslager Ravensbrück, 80 km nördlich von Berlin. Es war von 1939 bis 1945 das größte Frauenkonzentrationslager auf deutschem Gebiet.
Im Mittelpunkt der Wanderausstellung über das Krankenrevier im KZ Ravensbrück steht die Arbeit des medizinischen Häftlingspersonals im Frauenlager. Die SS hatte Häftlinge aus unterschiedlichen Ländern Ost- und Westeuropas als Ärztinnen und Pflegerinnen eingesetzt. Ihre Position als Funktionshäftlinge verlangte eine dauernde Gratwanderung zwischen den Befehlen der SS, ihren eigenen Überlebensinteresse und den Bedürfnissen der Kranken.
Anhand von Fotos, Dokumenten, Zeichnungen und Schriftzeugnissen ehemaliger Revierarbeiterinnen und ihrer Patientinnen beleuchtet die Ausstellung Facetten des Lageralltags, in dem das Krank-werden oder Krank-sein, oftmals den ersten Schritt zum Sterben oder zur Vernichtung bedeutete.