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Museumsverband Sachsen-Anhalt

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Museum Haldensleben

Haldensleben

Außenansicht Museumshof Ur- und Frühgeschichte der Region Haldensleben Johann Gottlieb Natusius in Althaldensleben und Hundisburg Die Fabrikanten- und Künstlerfamilie Uffrecht Die Brüder Grimm und ihre Familie

Museum Haldensleben
Das Museum Haldensleben hat seit seiner Gründung 1910 sein Domizil in einem klassizistischen Schulgebäude von 1866 im historischen Stadtkern von Haldensleben.
Dort beginnt in der Ausstellung zur Ur- und Frühgeschichte der Region Haldensleben mit Faustkeil, Hünengrab und Bronzeschwert eine anschauliche Zeitreise durch die Jahrtausende.
In der stadtgeschichtlichen Abteilung verdeutlicht das Stadtmodell die mittelalterlichen Ursprünge Haldenslebens. Zudem kann der Besucher dem Original des einzigen reitenden Rolands der Welt von 1528 und der Fachwerkarchitektur dessen Entstehungszeit ganz nahe kommen.
Die Ausstellung über Johann Gottlob Nathusius in Althaldensleben und Hundisburg beginnt in dem mit historischem Mobiliar eingerichteten Biedermeierzimmer und führt mit den Erzeugnissen der 1826 von Nathusius gegründeten Porzellanfabrik zu den Anfängen der Keramikindustrie Haldenslebens. Deren Entwicklung bis in die jüngste Zeit lässt sich in der Ausstellung über die Fabrikanten- und Künstlerfamilie Uffrecht weiter verfolgen. Wenn dort der Modelleur Jakob Uffrecht am Beginn des Familienunternehmens steht, finden sich in der Stadtgeschichtsausstellung mit dem Porzellanmaler Grünewald und dem Lithographen Eyraud zwei weitere von Nathusius geförderte Handwerkerpersönlichkeiten der Biedermeierzeit. Ergänzend zu den Originalexponaten im Haupthaus sind in zwei an den Museumshof angrenzenden Fachwerkhäusern deren funktionstüchtige Werkstätten nachgestaltet worden.
In diesem Freilichtmuseum des biedermeierzeitlichen Stadtlebens verweist zudem die Spinnstube auf das Wirken der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm als Märchensammler. Zwar berührte der Lebensweg der bekannten Sprachwissenschaftler nie Haldensleben, doch war die Familie Grimm lange Zeit freundschaftlich mit der Familie Nathusius verbunden. Dadurch gelangte letztlich ein Teil des Grimm-Nachlasses in das Museum Haldensleben, wo heute u.a. der größte Bestand an Möbelstücken und Porträtbüsten unter allen deutschlandweiten Grimm-Sammlungen ausgestellt ist.

Haus der anderen Nachbarn
Das Haus der anderen Nachbarn ist eine besondere Nebenstelle des Museums Haldensleben an der Steinstraße im historischen Stadtkern von Haldensleben. 1822 als israelitischer Tempel bzw. als Synagoge erbaut, diente das kleine Fachwerkhaus bis 1907 als Versammlungsort der in der Stadt lebenden Juden. Von da an trafen sich dort neuapostolische Christen zum Gottesdienst. Die Spuren, die diese beiden Religionsgemeinschaften hinterlassen haben, bildeten die Grundlage für die bis 2007 erfolgte Umgestaltung zum Museum, in dem sich die Besucher fortan über die Geschichte der Juden und Christen in Haldensleben informieren können. Zudem bietet der Raum einen besonderen Rahmen für kulturelle Veranstaltungen und kreative Projekte.

Schulmuseum Hundisburg
Das Schulmuseum wurde 1988 im ältesten Schulgebäude Hundisburgs, dem 1704 an der Dönstedter Straße errichteten Rektorat eingerichtet und wird seither als Nebenstelle des Museums Haldensleben betrieben. Zunächst nur auf das historische Klassenzimmer beschränkt, umfasst es nach einer bis 2015 erfolgten Sanierung heute das gesamte denkmalgeschützte Fachwerkhaus. Wenn im Klassenzimmer noch das Lehrerpult von 1887 und andere raumprägende Ausstattungsstücke zum Originalmobiliar gehören, ist die gesamte Lehrerwohnung im oberen Stockwerk ausschließlich mit dem ab 1906 von der Lehrerfamilie Senff angeschafften Mobiliar ausgestattet. Die Zeitreise in die Welt der Lehrer und Schulkinder vor 100 Jahren setzt sich auf dem Schulhof mit authentischem „Plumsklo“ und Schweinestall fort. Auch der im historisierenden Gewand wiedererstandene Rektoratsgarten steht interessierten Museumsbesuchern offen.

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Sonderausstellungen

Sonderausstellung vom 29.11.2016 bis 15.12.2017
Es war einmal…
Haldensleber Keramik 1945-1995

Haldensleben wurde lange Zeit durch die keramische Industrie geprägt und bekennt sich bis heute als Traditionsstadt der Keramik zu ihrer Wirtschaftsgeschichte. Im Stadtbild erzählen noch bauliche Hinterlassenschaften von Produktionsorten, Besitzverhältnissen und Fabrikgrößen. Beinahe in jedem Haushalt finden sich keramische Erzeugnisse aus Haldensleber Produktion vor und nach 1945 und vielen ist die jüngste Geschichte noch aus dem eigenen oder familiären Erwerbsumfeld bekannt.

Die Produktion der Keramischen Werke Haldensleben waren nicht nur in der DDR bekannt, sondern wurden unter anderem ins sozialistische Ausland, nach Kanada, Holland oder auch Schweden exportiert. Hergestellt wurden komplette Sätze in modernen Dekors, ideenreich in Form und Farbgestaltung. Dazu zählen unter anderem Services, Schalen, Körbe, Vasen, Krüge, Blumentopfkübel, Kerzenhalter oder auch Aschenbecher.

Die jetzige Ausstellung im Museum Haldensleben untersucht die Entwicklung der örtlichen Zierkeramik nach Ende des Zweiten Weltkrieges bis zu ihrem Niedergang nach der politischen Wende 1995. Gezeigt werden mehr als 250 Einzelobjekte, die gestalterisch zum Teil einen erstaunlich aktuellen Bezug aufweisen. Die meisten von ihnen stammen aus dem Sammlungsbestand des Museums Haldensleben, einige aber sind auch Leihgaben und Schenkungen Haldensleber Bürger. Hierfür sei an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt!