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Museumsverband Sachsen-Anhalt

Museen Sachsen-Anhalts

Haus der Geschichte

Lutherstadt Wittenberg

Alltag in der DDR Wohnen in den 70ern DDR-Konsum aus den 60er und 70er Jahren

Das Haus der Geschichte Wittenberg ist ein Museum für Alltagsgeschichte im Mitteldeutschland des 20. Jahrhunderts.
In der Dauerausstellung begibt sich der Besucher auf eine Zeitreise durch authentisch eingerichtete Wohnräume der 1920er bis 1990er Jahre. Sie zeigen, wie Familien in ihrem Zuhause lebten und erinnern an all die großen und kleinen Dinge des Alltags früherer Jahrzehnte.
Auch öffentliche Orte wie den Kindergarten, mit zugehöriger Spielzeugsammlung, und gesellschaftliche Treffpunkte wie Gaststätte, Tanzbar und Konsum gibt es zu entdecken.
Interaktive Angebote mit Fotos und Zeitzeugenberichten runden die Reise in das Alltagsleben früherer Tage ab. Mit Hilfe des Audioguides können Besucher die Ausstellung auch selbstständig erschließen und auf ihrer Entdeckungsreise eigene Schwerpunkte setzen.

Ebenfalls zum Dauerangebot gehört die Ausstellung "Wegzeichen - Zeitzeichen - Deutsche und Russen im Alltag in einer mitteldeutschen Region von 1945 bis 1993". Sie nähert sich der Geschichte der sowjetischen Streitkräfte in der DDR nicht aus der militärtechnischen Perspektive, sondern beleuchtet die Alltagsbeziehungen zwischen sowjetischen Armeeangehörigen und der örtlichen Bevölkerung. Bilder und Zeitzeugenberichte verdeutlichen anschaulich, wie sich das Verhältnis von Deutschen und Russen zwischen 1945 und dem Abzug der letzten Soldaten 1993 entwickelte, wie die anfängliche Distanz langsam wich, wie sich Deutsche und Russen bei Arbeitseinsätzen und bei arrangierten Kulturveranstaltungen begegneten und trotz aller Widrigkeiten Freundschaften entstanden, die bis heute anhalten.

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Sonderausstellungen

Sonderausstellung vom 05.11.2016 bis 05.11.2017
DDR-Erinnerungskultur in Ausstellungsfragmenten:
Luther 1483-1983 (1983) & "Thomas Müntzer ... für ein Reich göttlicher Gerechtigkeit" (1989)

Zum geschichtspolitischen Umgang der DDR mit der Reformation und ihren Akteuren kann sich der Besucher anhand einer vergleichenden Doppelausstellungen kundig machen.
Die DDR-Wanderausstellung "Luther 1483-1983" wurde vom Kulturministerium der DDR gezielt für den Einsatz im nicht-sozialistischen Ausland entworfen. In 61 Ländern zu sehen, fand sie beim Publikum große Beachtung. So besichtigten allein im englischen York 300.000 Menschen die Ausstellung.
Die rekonstruierte und kommentierte Form vermittelt einen guten Eindruck davon, wie die SED Luther, den sie einstmals zum Fürstenknecht erklärt hatte, 1983 als einen "der größten Söhne des deutschen Volkes" in ihr Geschichtsbild integrierte und ihn für ihre innen- und außenpolitischen Ziele vereinnahmte.
Anders als Martin Luther gehörte der Reformator und Bauernführer Thomas Müntzer schon seit Gründung der DDR zu den erklärten Nationalhelden des Arbeiter und Bauernstaates.
Die Exposition zeigt Fragmente einer Dauerausstellung, die 1989 auf Schloss Allstedt zu sehen war, und ist durch Nachbildungen originaler Dokumente aus dem 16. Jahrhundert reich illustriert. Im Mittelpunkt steht das Wirken Müntzers vor den Bauernkriegen.

Sonderausstellung vom 05.11.2016 bis 05.11.2017
Atheismus in der DDR

Atheismus war ein zentraler Bestandteil der marxistischen Weltanschauung. Die Ausstellung thematisiert, wie die SED durch Schulbildung, Jugendangebote und universitäre Lehrpläne versuchte, die Bevölkerung auf die sozialistisch‑atheistische Staatsideologie einzuschwören. Sie beleuchtet zudem die Reaktion der Kirchen, zentrale Streitpunkte im Staat-Kirche-Konflikt (z. B.: die kirchliche Forderung nach Zivildienst) und die langfristigen Folgen. Die Ausstellung macht verständlich, wieso an einem der zentralen Orte der Reformation heute gerade einmal 18 Prozent der Bevölkerung einem christlichen Bekenntnis angehören.