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Museumsverband Sachsen-Anhalt

Museen Sachsen-Anhalts

Stadtmuseum

Naumburg

Stadtmuseum Hohe Lilie Portal zum Nordbau im Stadtmuseum

Das Haus „Hohe Lilie“ ist ein sehr altes Haus.
Ein Teil vom Haus, der Turm, stammt zum Beispiel aus der Ritter-Zeit.

Das Museum hat das Thema: die Geschichte von Naumburg.

Dazu sieht man viele alte, kostbare Dinge.
Es gibt aber auch Computer, an denen man etwas lernen kann.
Und man sieht Dias (= Lichtbilder) und Videos.

Die stadtgeschichtliche Dauerausstellung im Haus zur “Hohen Lilie" konzentriert sich auf einen thematischen Schwerpunkt: die Geschichte des Naumburger Bürgertums in ihren verschiedenen Facetten. Das größte Ausstellungsstück ist jedoch das 750-Jahre alte Gebäude selbst. Interaktive Computer-Stationen, Diashows und wechselnde Video-Projektionen runden das Informationsangebot auf zeitgemäße Weise ab. Darüber hinaus werden wechselnde Sonderausstellungen zu kulturgeschichtlichen Themen präsentiert.

© Alle Bilder Stadtmuseum Naumburg

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Sonderausstellungen

Sonderausstellung vom 29.08.2020 bis 25.10.2020
Augenblicke des Wandels
Andreas Isak Neumann-Nochten: Politische Bilder 1988-1992.

Nazi-Schläger, die einen Mann zusammenschlagen, nur weil er eine Kippa trägt? Die Szene, die an die unselige Vergangenheit gemahnt und leider auch der prekären Gegenwart entstammen könnte, ereignete sich tatsächlich in Naumburg 1988, als der friedliebende Arbeiter- und Bauernstaat seinem unaufhaltsamen Ende entgegentaumelte. Angestachelt waren die Schläger ausgerechnet von der "Staatssicherheit“, jener Geheimpolizei, deren Aufgabe es war, den Aufbau des "Sozialismus“ gegen "Volksfeinde“ abzusichern. Einen dieser "Feinde“ sah man offensichtlich in Andreas Neumann-Nochten, der sich als Theologie-Student in Naumburg u. a. für die Friedensbewegung engagierte.
Im Haus zur Hohen Lilie am Naumburger Marktplatz zeigt das Stadtmuseum ab dem 29. August politische Bilder, die Neumann-Nochten, der von 1979 bis 1992 in Naumburg lebte, zwischen 1988 und 1992 gemalt hat. Die Tage des Umbruchs und der friedlichen Revolution waren für ihn gleichermaßen Ziel und Höhepunkt eines Weges, den er bereits ab 1981 als Mitglied des Naumburger Friedensarbeitskreises beschritten hatte.
Ereignisse, Gedanken und Stimmungen, die ihn unmittelbar vor, mit und nach der politischen Wende beschäftigten wurden von ihm in Zeichnungen, Grafiken und Bildern verarbeitet. Sie sind Dokumente des kulturpolitischen Geschehens im deutsch-deutschen Zusammengehen, das in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum begeht. Während diese explizit politischen Bilder im Sonderausstellungsraum im Erdgeschoss zu sehen sind, begegnet man im 1. Obergeschoss einer Serie von Buntstiftzeichnungen, auf denen der Maler historische Gebäudekomplexe vor ihrem Abriss festgehalten hat: "Augenblicke des Wandels“ entdeckt man auch hier.

Andreas Neumann-Nochten ist 1960 geboren. Er studierte ab 1979 Theologie am Katechetischen Oberseminar in Naumburg und engagierte sich viele Jahre in der hiesigen Friedensbewegung, deren kritisch-oppositionelle Haltung zum Regime oft genug repressive Maßnahmen nach sich zogen. Nach dem Studienabschluss war er als Krankenpfleger tätig und widmete sich gleichzeitig Studien im Bereich Malerei, Grafik und Karikatur. Es folgte ein Fernstudium im Fachgebiet Werbegrafik-Design. Nach einigen Jahren in Berlin fand er 1999 seinen Lebensmittelpunkt in Görlitz und arbeitet heute als freischaffender Künstler, Theologe und Publizist. Einige seiner Karikaturen, Plakate und Bilder wurden als illustrative Beispiele der DDR-Bürgerrechtsbewegung für das Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig erworben.