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Museumsverband Sachsen-Anhalt

Franckesche Stiftungen zu Halle

Halle

Waisenhaus Kulissenbibliothek Weltenmodell

Die Franckeschen Stiftungen zu Halle, gegründet 1698 als Armen- und Waisenanstalt durch den pietistischen Theologen August Hermann Francke (1663-1727), entwickelten sich im 18. Jahrhundert zu einer europaweit bekannten pädagogischen und sozialen Einrichtung.
Heute sind die Franckeschen Stiftungen ein moderner kultureller Bildungskosmos an historischer Stätte und stehen auf der deutschen Vorschlagsliste für das UNESCO-Welterbe. Mit ihren eigenen musealen Schätzen sowie Bibliothek, Archiv und mehreren pädagogischen Einrichtungen, aber auch mit den über 40 Partnern auf dem Gelände bilden die Franckeschen Stiftungen ein einzigartiges Zentrum kultureller, pädagogischer, wissenschaftlicher, sozialer und christlicher Aktivitäten. Die Franckeschen Stiftungen richten ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm aus. Dazu zählen Ausstellungen, Vortragsreihen, wissenschaftliche Konferenzen, Konzerte, Feste und Kinder- und Familienprojekte.

Den Aufbau seines sozialen und pädagogischen Reformwerkes leitete August Hermann Francke (1663-1727) von seinem Wohnhaus aus. Das Francke-Wohnhaus war Ausgangspunkt seiner weitreichenden Unternehmungen, deren Spuren man heute noch in Gesellschaft, Religion und Kultur finden kann. Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen wurde es 2008 wiedereröffnet. Im Erdgeschoss des Hauses befindet sich das Info-Zentrum. Für die Zeit der Renovierung der historischen Häuserzeile am Franckeplatz (voraussichtlich bis Ende 2011) wird auch die Waisenhausbuchhandlung hier ihr neues Domizil finden. In der ehemaligen Wohnetage der Familie Francke, dem Francke-Kabinett, lässt eine ungewöhnliche Ausstellung die Stifterpersönlichkeit und seine vielfältigen Talente entdecken. Ob Theologe und Pädagoge, Global-Player und Visionär, Wirtschaftsexperte oder Bauherr – prominente Persönlichkeiten des heutigen gesellschaftlichen Lebens stellen in neun Filmen die Begabungen und die Tatkraft August Hermann Franckes vor.

Das Waisenhaus-Kabinett im Erdgeschoss des Historischen Waisenhauses bietet Besuchern anhand von Texttafeln, exemplarischen Objekten, Büchern, einem Modell und Videofilm einen Überblick über die Geschichte der Franckeschen Stiftungen von 1698 bis in die Gegenwart an. Das ganze Jahr hindurch präsentieren die Franckeschen Stiftungen unterschiedliche kunst- und kulturhistorische Ausstellungen im Historischen Waisenhaus auf der Ausstellungsetage. Jedes Jahr im Frühjahr wird die große thematische Jahresausstellung eröffnet. Die Kunst- und Naturalienkammer im Historischen Waisenhaus gilt als der älteste deutsche Museumsraum. Sie wurde zu Unterrichtszwecken angelegt und ist heute wieder nach dem originalen Museumskonzept des 18. Jahrhunderts an ihrem historischen Platz in der Mansarde des Waisenhauses aufgestellt. Die 18 barocken Sammlungsschränke mit über 3.000 Naturalien, Kuriositäten und Artefakten vermitteln einen einzigartigen Eindruck. Im Foyer vor der Kunst- und Naturalienkammer laden die Franckeschen Stiftungen regelmäßig Künstler ein sich mit der Kunst- und Naturalienkammer auseinander zu setzen. Diese Reflexionen schlagen eine Brücke vom barocken Kuriositätenkabinett zur Gegenwart.

Das Kinderkreativzentrum Krokoseum gibt es seit 10 Jahren und bietet im Sockelgeschoss des Historischen Waisenhauses auf über 300 qm Kindern einen vielschichtigen kulturellen und museumspädagogischer Aktionsraum. Das abwechslungsreiche Angebot richtet sich an Kinder bis zu einem Alter von 12 Jahren sowie deren Eltern, Geschwister und Freunde, aber auch an Kindergarten- und Hortgruppen wie Schulklassen. Es beinhaltet Kultur-, Museums-, Kunst- und Medienpädagogik, Schul- und Familienangebote, Ferienprogramme, thematisch orientierte Projektarbeit sowie Ausstellungstätigkeit. Die Historische Bibliothek der Franckeschen Stiftungen wurde Ende des 17. Jahrhunderts gegründet. Der Bibliotheksbau von 1726-1728 gilt als der älteste noch erhaltene profane Bibliothekszweckbau Deutschlands. In dem barocken Kulissenmagazin stehen etwa 35 000 Schriften des 16. bis 19. Jahrhunderts. In kleinen Kabinettausstellungen werden regelmäßig Schätze aus den eigenen Beständen der Historischen Bibliothek gezeigt.

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Sonderausstellungen

Sonderausstellung vom 20.03.2016 bis 25.09.2016
ANDREAS HERZAU # francke
Ein fotografischer Essay über die Franckeschen Stiftungen