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Museumsverband Sachsen-Anhalt

Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg

Magdeburg

Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg im Originalzustand von 1989 erhaltener Zellentrakt Zelle Fredi Fröschki Freigang Fredi Fröschki

Die im Komplex der früheren Untersuchungshaftanstalt Magdeburg-Neustadt befindliche Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg erinnert an die während der sowjetischen Besatzungsherrschaft und in der DDR durch die Justiz, die Deutsche Volkspolizei und das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) an diesem Ort aus politischen Gründen Inhaftierten.
Das MfS hatte in dem zuvor von der seit 1945 für U-Haft-Zwecke genutzten, 1876 errichteten Gefängnis von 1958 bis 1989 über 4.500 Männer und Frauen inhaftiert. Unter Anwendung psychischer Folter versuchte es den Häftlingen Geständnisse abzupressen, damit diese als „Staatsfeinde“ abgeurteilt werden konnten.
Der Zellentrakt und sämtliche Außenanlagen sind im Bestand von 1989 erhalten und stehen wie auch die Dauerausstellung im vom MfS für Verhöre genutzten Vorderhaus für Besucher offen.

Die 2012 eröffnete Dauerausstellung „‘Grundsätzlich kann von jedem Beschuldigten ein Geständnis erlangt werden.‘ Die Untersuchungshaftanstalt Magdeburg-Neustadt 1945-1989“ dokumentiert unter Einbeziehung zahlreicher, u.a. auch auf Multimediastationen und anderen Vertiefungsebenen präsentierten Häftlingsbiografien, die Nutzungsgeschichte des Gefängnisses. Die beiden Teile der Dauerausstellung befinden sich im 1. OG des Hafthauses sowie im EG des Vorderhauses.
Des Weiteren steht Besuchern die Ausstellung „Im Namen des Volkes? Über die Justiz im Staat der SED“ zur Verfügung. Diese vom Bundesministerium der Justiz erarbeitete Präsentation kann im 2. OG des Zellentraktes besichtigt werden.

Für Besuchergruppen werden zu verschiedenen thematischen Schwerpunkten Führungen sowie Seminare bzw. für Schülergruppen Projekttage angeboten. Um rechtzeitige vorherige Anmeldung wird gebeten. Detaillierte Angaben zu den Bildungsangeboten finden Sie unter dem folgenden Link auf der Internetpräsentation der Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg.

Der Zugang zum Vorderhaus mit der Dauerausstellung zur Geschichte der MfS-Untersuchungshaftanstalt Magdeburg-Neustadt ist mit Fahrstuhl und einem Behinderten-WC im Erdgeschoss behindertengerecht. Der historische Zellentrakt und der Freigangbereich sind für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich, jedoch eingeschränkt für Gehbehinderte (Zugang über 5 bzw. 7 Treppenstufen).

© Alle Bilder Sammlung Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg