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Museumsverband Sachsen-Anhalt

Das Kunstmuseum
Kloster Unser Lieben Frauen

Magdeburg

Kunstmuseum Magdeburg, Ansicht von Westen (Foto: Hans Wulf Kunze) Blick in die Dauerausstellung, Mittlers Tonnengewölbe (Foto: Hans Wulf Kunze) Blick in die Dauerausstellung Zeitgenössische Kunst (Foto: Hans Wulf Kunze) Trans.Reflex, Detail (Foto: Hans Wulf Kunze) im Skulpturenpark

Im Zentrum der Landeshauptstadt Magdeburg, unweit der Elbe gelegen, ist das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen der wichtigste Ausstellungsort für Gegenwartskunst und eines der beliebtesten Touristenziele im Bundesland Sachsen-Anhalt. Hier verbinden sich auf ideale Weise Skulpturen aller Epochen, zeitgenössische Kunst und romanische Architektur des 12. Jahrhunderts. Darüber hinaus verfügt das Museum nach der umfangreichen Sanierung über eine moderne Infrastruktur für hochkarätige Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.
Werke der Sammlung sind in den drei romanischen Gewölben des Nordflügels zu sehen. Im oberen Tonnengewölbe hat die internationale Kunst der Gegenwart ihren Platz gefunden. Das breit gefächerte Spektrum ermöglicht anhand von unterschiedlichen Beispielen die Rezeption wichtiger künstlerischer Tendenzen im gegenseitigen Vergleich. Das mittlere und untere Gewölbe zeigen Skulpturen der klassischen Antike, mittelalterliche Holzskulpturen und Bildhauerkunst des 19. Jahrhunderts und frühen 20. Jahrhunderts. Der 1989 entstandene Skulpturenpark mit über 60 Werken deutscher und internationaler Künstler umgibt das Museum und ist ebenso Teil der ständigen Ausstellung. Am Westflügel befindet sich seit Februar 2012 mit Trans.Reflex ein Kunstwerk, dessen 17 Spiegelpaneelen eine spielerisch leichte Verbindung zwischen dem Museum und seinem Umfeld knüpfen.

Mit dem Multimedia-Guide das Kunstmuseum entdecken!
Große und kleine, deutsch- und englischsprachige Besucher können das Kunstmuseum mit dem neuen MultiMedia-Guide entdecken. Dieser bietet Individualbesuchern informative Hörtexte zu ausgewählten Werken der Sammlungen Zeitgenössische Kunst und Historische Skulptur sowie zur Klosterarchitektur. Dabei können die Besucher zwischen zwei jeweils 25 Minuten langen Rundgängen mit den Ausstellungs- bzw. Architektur-Highlights wählen oder aber auf eigene Faust einzelne oder alle mit einem Kopfhörer und einer Nummer gekennzeichneten Stationen aufsuchen. Wer sein Wissen noch vertiefen möchte, hat die Möglichkeit, sich neben den Informationen zu den Werken und der Architektur noch vertiefende Informationen z.B. zur Biografie des Künstlers oder zu einer bestimmten Kunstrichtung anhören. Da es sich aber nicht nur um einen Audioguide handelt, bietet der MultiMedia-Guide neben Hörtexten auch Bildmaterial und Videos wie etwa ein Interview mit dem Künstler Rashid Johnson. Moderne Softwarekomponenten der Firma Linon, die den Guide entwickelte, erlauben die intuitive Bedienung des Guides und geben die Möglichkeit der spielend leichten Wissensvermittlung über Werke der ständigen Ausstellung und Themen der Bau- und Nutzungsgeschichte des fast 1000 Jahre alten Klosterkomplexes.
Für 6 – 12-Jährige gibt es einen kindgerechten Rundgang zu den spannendsten ausgestellten Werken der Zeitgenössischen Kunst, der mit Grundschülern gemeinsam erarbeitet wurde.
Den MultiMedia-Guide mit Kopfhörern erhalten Besucher an der Kasse gegen Hinterlegung eines Lichtbildausweises für die Dauer der Nutzung. Eine zusätzliche Leihgebühr zum Eintrittspreis fällt nicht an.

Sonderausstellungen

Sonderausstellung vom 10.05.2015 bis 29.05.2016
40 Jahre / 40 Künstler / 40 Werke

Im Juni 1975 beschloss der Rat der Stadt Magdeburg den Umbau des Klosters Unser Lieben Frauen zum Kunstmuseum. Seit diesem Zeitpunkt ist viel geschehen: Die weitere Sanierung des mittelalterlichen Bauwerkes und der Ausbau der Kunstsammlungen, Ausstellungen internationaler Kunst und die Etablierung eines vielgestaltigen Veranstaltungsprogrammes für alle Generationen.
Die vergangen 40 Jahre bieten den Anlass zu einer Jubiläumsausstellung, die einen Parcours entwickeln wird, in dem wichtige Kunstwerke bekannter und weniger bekannter Künstler aus der eigenen Sammlung gezeigt werden. Mit der Ausstellungseröffnung am 10. Mai beginnt das Festjahr, das wir mit zahlreichen Veranstaltungen, Sonderausstellungen, Konzerten, Diskussionsrunden und Künstlergesprächen weiterführen möchten. Im Juli feiern wir dann mit unseren Unterstützern sowie Begleitern aus Wirtschaft, Politik und Kultur, mit unseren Freunden und allen Interessierten eine Geburtstagsparty mit buntem Programm.

Die Künstler sind:
Claudio Abate, Siegfried Anzinger, Johanna Bartl, Laura Bielau, Kurt Buchwald, Ernesto Burgos, Johan Creten, Hartwig Ebersbach, Wieland Förster, Ruth Francken, Hermann Glöckner, Sabina Grzimek, Friedrich B. Henkel, Irma Hünerfauth, Franz Johannknecht, Sven Johne, Rashid Johnson, Koji Kamoji, Max Lachnit, Reinhold Langner, Mario Lobedan, Lucebert, David Lynch, Maix Mayer, Bjørn Melhus, Jenny Mucchi-Wiegmann, Chris Newman, Jewyo Rhii, Michael Schmidt, Baldur Schönfelder, Jochen Seidel, Hito Steyerl, Werner Stötzer, Beat Streuli, Sean Snyder, Niele Toroni, Susan Turcot, Max Uhlig, Olaf Wegewitz und Tobias Zielony

Sonderausstellung vom 10.12.2015 bis 29.05.2016
DIETER LAHME Konzentrate und Rundumbilder
Malerei & Skulptur

In den 60er-Jahren malt Dieter Lahme (geb. 1938 in Emmerich, lebt in Wanzleben) Konzentrate: geometrische Formen, schwarz, weiß, meist auf das Format 1 x 1 m. Ein Konflikt lässt die Rundumbilder entstehen: Ein Käufer seiner Gemälde hängt zwei davon entgegen der vom Künstler vorgegebenen Richtung auf, stellt oben und unten, rechts und links in Frage. Lahme erkennt für sich: „Das, was sich auf dem Bildformat befindet ist primär, ‚ewige‘ Kunst. Wie das Format gehängt wird, ist sekundär, momentbezogen.“ Die Lösung liefert ihm die Kugel als Maluntergrund. Sie kann der Betrachter in die Hände nehmen, drehen, von allen Seiten betrachten und buchstäblich be-greifen. Als Fortsetzung schafft Lahme die Plastischen Systeme: variable Skulpturen, bestehend aus mehreren geometrischen Körpern, die der Betrachter nach eigenem Empfinden umgestalten kann, indem er die einzelnen Elemente neu ordnet. Dieter Lahmes Kunst basiert auf dieser sozialen Idee eines offenen Dialoges, ihre Komponenten sind ideell mehrdeutig und manuell veränderbar.

Sonderausstellung vom 22.03.2016 bis 12.06.2016
JOACHIM BROHM State of M.
Fotografie

Mit dem Projekt State of M., das sich der Moderne und der Bauhaus-Architektur zuwendet, dreht Joachim Brohm seine Kamera in die Geschichte. Der Buchstabe M. spielt auf die Moderne, auf Magdeburg und auf den Vornamen Mies, bezogen auf eine von Mies van der Rohe für Magdeburg geplante, allerdings nie realisierte private Villa an. Brohms Blick strebt an verschiedenen Orten weltweit nach der Verbindung zur Vergangenheit, ohne darüber die zeitliche Distanz zu leugnen. In seiner fotografischen Bewertung ausgewählter Bauten sucht er den Moderne-Impuls aufzuspüren und in Bildern zu fassen. Er begegnet dem seit Jahrzehnten fortdauernden Mysterium der Moderne konzeptionell mit den Mitteln seiner eigenen Generation, wobei Bauhaus-Fotografie und -Architektur, als historische Komponenten, seine Betrachtung mit der Kamera sowohl provozieren als auch begleiten. Die gerade auch für die Entwicklung der Fotografie so bahnbrechenden Neuerungen, speziell durch das Bauhaus, werden zur Folie der Auseinandersetzung mit demselben Medium.

Sonderausstellung vom 21.06.2016 bis 25.09.2016
Xanti Schawinsky
Retrospektive

Erstmals vereint die Retrospektive Xanti Schawinsky (1904-79) Arbeiten aus allen Schaffensperioden des Malers, Fotografen und Bühnenbildners, dessen Bedeutung für die Kunst weit über das Bauhaus hinaus noch nicht vollständig erfasst ist. Neben avantgardistischen Utopien und einer Proto-Happening-Kunst finden sich weitere Anknüpfungen an Hauptströmungen der Kunst der Vor- und Nachkriegsmoderne in Europa und Amerika.

Die Ausstellung legt den Fokus auf die Arbeiten der Bauhaus- und der Black-Mountain-College-Zeit und zeigt das unbekanntere prozessuale, malerische Werk. In Magdeburg prägte Xanti Schawinsky 1929-31 als Leiter der Grafikabteilung des Hochbauamts das städtische Erscheinungsbild durch innovative grafische Werbeentwürfe und als Gestalter wegweisender Ausstellungen. Eine Auswahl von Fotografien Schawinskys, die sich im Stadtarchiv Magdeburg erhalten haben, ergänzt die 2015 im Migros Museum für Gegenwartskunst Zürich gezeigte Ausstellung und beleuchtet seine Aktivitäten in Magdeburg in der Zeit des Neuen Bauens.