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Museumsverband Sachsen-Anhalt

Kunstmuseum Moritzburg
Kulturstiftung Sachsen-Anhalt

Halle

Blick in die Anlage Blick in die Ausstellung; Foto: Ludwig Rauch, Berlin Blick in die Ausstellung; Foto: Ludwig Rauch, Berlin Dachspitze der Stiftung Moritzburg

Die Moritzburg ist ein Kunstmuseum, das in einer einst erzbischöflichen Residenz aus dem späten 15. Jahrhundert untergebracht ist.

Um 1900 wurde die Moritzburg zum Museum ausgebaut. Ende 2008 vollendete das spanische Architekturbüro Nieto Sobejano einen Erweiterungsbau, der den historischen West- und Nordflügel der Burg mit einer modernen Dachkonstruktion überspannt.

In den neuen Ausstellungsräumen wird die qualitätvolle Sammlung der Klassischen Moderne, darunter drei Gemälde aus Lyonel Feiningers Halle-Zyklus, Werke des Expressionismus (Brücke, Blauer Reiter), Konstruktivismus (El Lissitzky) und der Neuen Sachlichkeit gezeigt, bereichert um die Dauerleihgabe der Sammlung Hermann Gerlinger mit Werken der "Brücke"-Maler.

Die ständige Ausstellung im Neubau setzt sich fort mit Kunst nach 1945 bis in die Gegenwart, während Wegbereiter der Moderne aus dem 19. Jahrhundert im historischen Südflügel und mittelalterliche Schnitzplastik in den Gotischen Gewoelben der Burg präsentiert werden.

Sammlungen bei museum-digital

Sonderausstellungen

Sonderausstellung vom 24.07.2017 bis 15.10.2017
REFLECTIONS OF INDIA
Manfred Paul, Manjari Sharma, André Wagner | Fotografien

Die erste Präsentation dieser drei Fotografinnen mit künstlerischen Reflexionen eines Landes, dessen spritituelle Prägung noch immer lebendig und dessen Faszination gerade für Künstler bis heute ungebrochen ist.
Zur Ausstellung erscheint eine reich bebilderte Publikation im Verlag Janos Stekovics zum Preis von 24,80 Euro.

Sonderausstellung vom 03.09.2017 bis 12.11.2017
Uwe Pfeifer: Beton und Träume
Präsentation zum 70. Geburtstag des Künstlers

Die kleine Präsentation, die als Teil der Dauerausstellung gezeigt wird, entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler, der zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern Halles gehört.

Nach der umfangreichen Werkschau, die das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) 1997 präsentierte, konzentriert sich die diesjährige Kabinettausstellung auf Druckgrafiken, die thematisch Halle-Neustadt und den unter dem Begriff "Tagtraum“ zu subsumierenden Bildfindungen zuzuordnen sind. Das Träumen in der Trabantenstadt Halles ist jetzt alptraumhaft ambivalenten Bildvisionen gewichen, in denen immer wieder dasselbe Personal begegnet: der gesichtslose Mann in Anzug und Hut, der mit allen Attributen der Zivilisationsgesellschaft ausgezeichnete verführerische Vamp, Pan, der Gott des Waldes, als Gegenstück dazu der Tod oder Harlekin. Bilder, die ihr Herkommen nicht verleugnen können, doch in unterschwelliger Art und Weise Zeitprobleme spiegeln. Übersteigert und rätselhaft – durch Fremdartigkeit, die jedoch Vertrautes aufblitzen lässt, faszinierend.

Als Uwe Pfeifer 1974 das erste Mal mit Bildern Halle-Neustadts an die Öffentlichkeit trat, erregte er sofort ein starkes Interesse. Mit diesen Werken feierte er nicht die Neubaustadt, sondern versuchte dem Grau des Betons ein vielgestaltiges Bild abzuringen. Mittels Störungen durch alltägliche Gegenstände oder durch Benutzung unterschiedlicher Lichtverhältnisse, wird den Straßenschluchten der Neubaustadt ein menschliches Maß verliehen.
Dabei ist Pfeifers Bildsprache von Anfang an durch Klarheit und zeichnerische Schärfe gekennzeichnet, beides Erbteile seiner Ausbildung an der Hochschule für Graphik und Buchkunst in Leipzig, wo sich Wolfgang Mattheuer als die entscheidende Lehrerpersönlichkeit erwiesen hatte. Nicht nur im Stilistischen, sondern auch Pfeifers kritisches Problembewusstsein sind dessen Vorbild zu verdanken.

In die hallesche Malerei brachte Pfeifer eine neue Perspektive ein, fand jedoch sehr schnell darüber hinaus Beachtung. Neben seiner charakteristischen Formensprache ist dies v. a. den thematischen Schwerpunkten seiner künstlerischen Arbeit zu verdanken – der fortschreitenden Umweltzerstörung sowie der Entfremdung des Einzelnen innerhalb der Gesellschaft. Im konsequenten Aufdecken allgemeiner Widersprüche der Zeit fand er Anschluss an Entwicklungen jenseits der Grenzen der DDR. So lässt sich auch erklären, dass sein Werk nach den sich ab 1989 verändernden Verhältnissen ohne Zäsur eine kontinuierliche Weiterentwicklung nahm.