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Museumsverband Sachsen-Anhalt

Provenienzforschung


Forschungsprojekt


Erstcheck Provenienzforschung NS-Raubgut im Museum für Stadtgeschichte Dessau, Anhaltische Gemäldegalerie Dessau, Städtisches Museum Halberstadt, Museum Burg Ummendorf Bestand Kreismuseum Oschersleben, Kreisheimatmuseum Osterburg

Projektbeschreibung
Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste fördert das kurzfristige Projekt zur systematischen Prüfung von Sammlungsbeständen vom 15. Dezember 2019 bis 15. Juni 2020. Im Projekt wird an fünf Museen in Sachsen-Anhalt nach NS-Raubgut gesucht. Beteiligt sind das Museum für Stadtgeschichte Dessau, die Anhaltische Gemäldegalerie Dessau, das Städtische Museum Halberstadt, das Museum Burg Ummendorf mit dem Bestand des Kreismuseums Oschersleben und das Kreisheimatmuseum Osterburg.
Die zu untersuchenden Museen befinden sich in kommunaler Trägerschaft. Sie sind vor der NS-Zeit gegründet worden bzw. aus Einrichtungen, die bereits vor der NS-Zeit bestanden, hervorgegangen. Daher liegt es im Bereich des Wahrscheinlichen, dass sich NS-Raubgut in diesen Museen unerkannt befinden könnte.
Der aktuelle "Erstcheck“ knüpft an das Pilotprojekt an, das 2016/2017 an fünf Museen in Sachsen-Anhalt durchgeführt wurde, und an das Projekt 2018/2019, wo 16 weitere Museen erstgecheckt wurden. Damit trägt diese dritte Runde an Erstchecks wieder zur systematischen, flächendeckenden und nachhaltigen Suche nach NS-Raubgut bei und fördert zahlreiche neue Erkenntnisse zu Tage.

Das Projekt wird von der Historikerin Corrie Leitz durchgeführt.

Ziele
Zweck des Projektes ist es, zu prüfen, ob es Objekte in den Museen gibt, die im Verdacht stehen, ihren Besitzern in der Zeit des Nationalsozialismus unrechtmäßig entzogen worden zu sein. Wir gehen davon aus, wiederholt einige Objekte von jüdischen, freimaurerischen und sozialistischen Vorbesitzern zu finden. Drüber hinaus erhofft sich der Museumsverband Sachsen-Anhalt e. V. auch Erkenntnisse zur Geschichte der Museen und ihrer Sammlungen sowie über die personellen Verflechtungen der Museumsleiter und der örtlichen Akteure in der Zeit des Nationalsozialismus. Die Methode des Erstchecks ist mittlerweile auch ein wichtiger Indikator von Objekten aus Unrechtskontexten sowohl in der DDR als auch während des Kolonialismus.

Ansprechpartner
Dr. Annette Müller-Spreitz | Koordination Provenienzforschung
Museumsverband Sachsen-Anhalt e. V.
Käthe-Kollwitz-Straße 11
06406 Bernburg

Tel./Fax: (0 34 71) 62 81 16
Mobil: 0151 - 271 383 27
E-Mail: mueller-spreitz@mv-sachsen-anhalt.de
Informationen zum Projekt unter: https://kultur.sachsen-anhalt.de/index.php?id=57066

Corrie Leitz |Historikerin
E-Mail: cl@historias.de



Forschungsprojekt: Der Museumsverband für die Provinz Sachsen und für Anhalt.


Der Einfluss der Museumsberatung und ihrer Netzwerke auf die Museen in der Provinz Sachsen und in Anhalt während der NS-Zeit. Akteure, Strukturen, Mittel und Verflechtungen.

Projektbeschreibung
Das Land Sachsen-Anhalt und das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste fördern seit Dezember 2019 das langfristige Forschungsprojekt zur Aufarbeitung der Geschichte des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt e. V. bzw. seiner Vorgängerinstitutionen während der Zeit des Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt steht dabei die Untersuchung der noch weitgehend – auch in anderen Bundesländern – unbekannten Strukturen und Netzwerke des Museumsverbandes. Da eine aktuelle wissenschaftliche Bearbeitung dieses Themas bisher fehlt, besitzt das Projekt Pilotcharakter. Das Projekt knüpft inhaltlich an die ebenfalls vom Zentrum geförderten "Erstchecks", also die Suche nach NS-Raubgut an verschiedenen Museen in Sachsen-Anhalt, an.
Die Untersuchungsergebnisse werden im Anschluss an das Forschungsprojekt in einer separaten Publikation veröffentlicht. Erste Zwischenergebnisse werden bereits am 8. April 2020 im Rahmen einer Tagung zum 2.Tag der Provenienzforschung präsentiert.

Das Projekt wird von unserem wissenschaftlichen Mitarbeiter Sven Pabstmann M. A. durchgeführt.

Historischer Hintergrund
Die Geschichte des Verbandes geht auf den im Jahr 1921 gegründeten "Museumsbund der Provinz Sachsen" zurück, der seit 1932 als "Verband zur Förderung der Museumsinteressen in der Provinz Sachsen und im Freistaat Anhalt" weitergeführt wurde und seit 1936 unter dem Namen "Museumsverband für die Provinz Sachsen und für Anhalt" bestand. Ab 1936 bis 1945 unterstanden die regionalen Museumsverbände dem "Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung" sowie den nachgeordneten Landes- bzw. Provinzialbehörden. Damit verbunden war die Ernennung von insgesamt 24 Museumspflegern durch das Reichserziehungsministerium. Für die Provinz Sachsen wurde der Direktor der "Landesanstalt für Volkheitskunde" in Halle (Saale), Walther Schulz (1887–1982), und für das Land Anhalt der Direktor des "Anhaltischen Landesmuseums" in Zerbst, Gustav Hinze (1879–1973), als Museumspfleger eingesetzt.

Ziele
Das Ziel des Provenienzforschungsprojektes ist es, zu klären, in welchem Umfang die Museumspflege in der Preußischen Provinz Sachsen und im Land Anhalt auf die Museen sowie ihre inhaltliche Arbeit Einfluss genommen hat und wie diese Beratungsfunktion heute zu bewerten ist. Außerdem wird der der Frage nachgegangen, welche Aufgaben und Funktionen die staatlich beauftragten Museumspfleger für die NS-Reichsbehörden wahrgenommen haben. Dabei stellt die Aufarbeitung der Verflechtungen zu Museumsdirektoren und -mitarbeitern einen wichtigen Bestandteil der Untersuchung dar. Der Museumsverband Sachsen-Anhalt e. V. erhofft sich durch die Untersuchung nicht nur neue Kenntnisse über die weitgehend noch unbekannte eigene Verbandsgeschichte in der NS-Zeit, sondern erwartet auch für zukünftige Forschungsprojekte relevante Erkenntnisse etwa zu systemübergreifenden strukturellen und personellen Kontinuitäten.

Ansprechpartner:
Dr. Annette Müller-Spreitz | Koordination Provenienzforschung
Museumsverband Sachsen-Anhalt e. V.
Käthe-Kollwitz-Straße 11
06406 Bernburg

Tel./Fax: (0 34 71) 62 81 16
Mobil: 0151 - 271 383 27
E-Mail: mueller-spreitz@mv-sachsen-anhalt.de
Informationen zum Projekt unter: https://www.kulturgutverluste.de/Webs/DE/Forschungsfoerderung/Projektfinder/Index.html

Sven Pabstmann M.A. | wiss. Mitarbeiter für Provenienzforschung
Museumsverband Sachsen-Anhalt e. V.
Käthe-Kollwitz-Str. 11
06406 Bernburg

Tel./Fax: (0 34 71) 62 81 16
Mobil: 0151 - 563 848 03
E-Mail: pabstmann@mv-sachsen-anhalt.de <