Die Publikation dokumentiert die Forschungsergebnisse zu einem beachtlichen DDR-Flüchtigenrücklass am Museum Schloss Bernburg: Gemälde, Kunsthandwerk, Möbel und Textilien – insgesamt 50 Objekte. Erstmals wurde ein solcher unfreiwilliger Rücklass proaktiv und umfänglich durch Provenienzforschung aufgearbeitet, indem das Konvolut beforscht, Dokumente zum Entzug und zur Verwertung, Quellen zur Familienbiografie und Zeitzeug:innen herangezogen worden sind. Gewürdigt werden soll nicht zuletzt, dass die Flucht für die Familie mit einer drohenden Repressionserfahrung und einem Teilverlust von Identität verbunden war. Dieses Fallbeispiel legt zudem das komplexe Wechselspiel von Museen sowie Verwaltungsebenen der SED im Zusammenhang mit Kulturgutentzug in der SBZ / DDR offen und berührt damit u.a. das gespaltene Verhältnis von Eigentum bzw. Besitz in der DDR. Darüber hinaus stellen sich Fragen zum Umgang mit diesen Objekten in öffentlichen Sammlungen heute.
Neuerscheinung
03.02.2026
Christiane Heinevetter, Sophie Kamprad, Annette Müller-Spreitz, Roland Wiermann:
„Die sind quasi mit der Handtasche weggegangen“ Ein Flüchtigenrücklass im Museum Schloss Bernburg – Beispiel für Kulturgutentziehung in der DDR.
Herausgegeben vom Museumsverband Sachsen-Anhalt e. V. und von der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.
Exemplare können beim Museumsverband Sachsen-Anhalt unter info@mv-sachsen-anhalt.de gegen eine Schutzgebühr bestellt werden.