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Museumsverband Sachsen-Anhalt

Museen Sachsen-Anhalts

Naumburger Domschatzgewölbe

Naumburg

Maria Magdalens, Ausschnitt eines Altarretabels, Lukas Cranach d.Ä., um 1517-18 Johannesschüssel, 13.-16. Jahrhundert Blick ins Domschatzgewölbe Pietá, frühes 14. Jahrhundert

In diesen Räumen sieht man Schätze der Kirche.
Man sieht zum Beispiel alte Altäre (Bilder in der Kirche).
Man sieht auch Kunstwerke.

Ein Bild vom Maler Lucas Cranach schmückt einen Altar.
Das Bild zeigt eine Frau aus der Bibel: Maria Magdalena.

Lucas Cranach war ein sehr berühmter Maler.
Er lebte vor etwa 500 Jahren.

Man sieht auch eine sehr alte, kostbare Schüssel.
In ihr liegt ein Kopf aus Holz.
Das soll an eine Bibel-Geschichte erinnern.

Ein weiterer Schatz ist eine sehr alte Holz-Figur.
Sie zeigt die Mutter von Jesu. Sie ist traurig.
Sie hält ihren toten Sohn auf ihrem Schoß.

Der Naumburger Dom St. Peter und St. Paul zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern aus der Zeit des europäischen Hochmittelalters und ist der Besuchermagnet an der "Straße der Romanik". Seit dem 01. Juli 2018 gehört er offiziell zum UNESCO-Welterbe.

Mit dem Kreuzgang, dem Domgarten und den umliegenden Kuriengebäuden bildet er eines der herausragenden Architekturensembles in Mitteldeutschland. Weltbekannt ist der spätromanisch-frühgotische Dom vor allem wegen der Arbeiten des sogenannten Naumburger Meisters, der die Stifterfiguren des Westchores, darunter Uta von Naumburg, und den Westlettner mit den Passionsreliefs schuf.

Im Domschatzgewölbe - dem romanischen Gewölben unterhalb der Westklausur - werden die sakralen Kostbarkeiten des Doms gebührend in Szene gesetzt. Bereits das Betreten des Raumes ist ein Erlebnis, da er mit einer Fläche von ca. 285 qm beeindruckt und zu den größten romanischen Gewölben in Mitteldeutschland zählt. Hier können Altäre, Tafelbilder, sakrale Plastiken, Urkunden und Handschriften bestaunt werden.

Der Anmut und Grazie von Maria Magdalena (Lucas Cranach d.Ä., um 1518/19) wird sich nur schwer ein Mensch entziehen können. Die Heilige ziert einen von zwei erhaltenen beidseitig bemalten Flügeln des einstigen Hauptaltares vom Naumburger Westchor.

Auch die Naumburger Pietà (14. Jh.) ergreift mit ihrer ungewöhnlichen Ausdruckskraft jeden Betrachter. Nicht umsonst zählt diese Beweinung Christi zu den bedeutendsten ihrer Art in Europa.

Aufsehen erregt die Johannesschale (13. Jh.). Sie zeigt das abgeschlagene Haupt Johannes des Täufers außergewöhnlich realitätsnah und gehört zu den ältesten erhaltenen europäischen Beispielen dieser Art.

Imposant ist das kolossale Chorbuch (16. Jh.). Es besticht durch die reiche buchmalerische Gestaltung sowie durch sein Gewicht von 60 Kilogramm. Moderne Kostbarkeiten haben 2014 mit den Glasmalereien des Künstlers Günter Grohs Einzug in den Domschatz gefunden.

Den Schaffensweg des Naumburger Meisters von Frankreich bis Deutschland nachzuempfinden, ermöglicht eine Ausstellung im Obergeschoss der Westklausur - direkt im Domgelände gelegen. Sie eröffnet erstaunliche Einblicke in die Arbeit und den Werdegang eines der außergewöhnlichsten Künstler des 13. Jahrhunderts.

Kunstvoll gefertigte Duplikate des Bamberger Reiters oder des Mainzer Westlettners, Kirchenmodelle, Kapitelle und Handschriften sowie 3-D-Animationen zu den Farbrekonstruktionen führen Ihnen die Besonderheiten des Naumburger Meisters sowie seine Verwurzelung in der französischen Kathedralkunst bildhaft vor Augen.

© Alle Bilder Vereinigte Domstifter