Stärkung der Prove­nien­z­forschung zu NS-Raubgut

15.10.2026

Um die Provenienzforschung nachhaltig weiterzuentwickeln, haben Bund, Länder und die Kommunalen Spitzenverbände im Rahmen des Spitzengesprächs am 14. Oktober 2026 ein gemeinsames Konzept verabschiedet.
Im Mittelpunkt stehen die weitere Standardisierung und transparente Kommunikation von Verfahren, eine bessere Dokumentation und Erschließung von Beständen, der fortwährende Ausbau von Infrastrukturen und des Zugangs zu relevanten Quellen. Die kommunalen Spitzenverbände erklärten: „Den Kommunen kommt als Träger der meisten öffentlichen Sammlungen eine besondere Bedeutung zu. Sie beschäftigen Provenienzforschende insbesondere in den Einrichtungen selbst oder sammlungs- und institutionsübergreifend in den Kulturverwaltungen. Mit ihrer Arbeit tragen diese koordinierenden Stellen – wie auch solche auf Länderebene – dazu bei, Provenienzforschung in die Öffentlichkeit sowie in die Fläche zu tragen.“ Der Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V. nimmt engagiert die Aufgaben als eine von bundesweit zehn Koordinationsstellen wahr: "Mit ihrer proaktiven, systematischen Forschung sowie ihrer koordinierenden Tätigkeit leisten diese Stellen einen wichtigen Beitrag zur Identifizierung von NS-Raubgut. Zugleich tragen sie dazu bei, Fragestellungen und Ergebnisse der Provenienzforschung nachhaltig in der Region zu verankern und in die breite Öffentlichkeit zu vermitteln."

„Provenienzforschung hilft uns, Geschichte und einzelne Schicksale sichtbar zu machen sowie Verantwortung zu übernehmen“, erklärt Staatsminister Weimer im Rahmen des Treffens. Dafür stehe der Bund unter anderem mit der Unterstützung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste ein. „Mit dem heute verabschiedeten Konzept wollen wir dafür sorgen, dass diese wichtige Arbeit auch künftig verlässlich, unabhängig und nachhaltig fortgeführt werden kann“, so Weimer weiter.