Museumsverband Sachsen-Anhalt

Aktuelles

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Portal Kreativpotenziale bündelt Angebote für Schulen

Mit dem Portal Kreativpotentiale Sachsen-Anhalt hat das LISA (Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt) eine wunderbare Plattform für die Vernetzung von Angeboten der kulturellen Bildung mit Schulen geschaffen. Über die Datenbank auf kreativpotentiale-sachsen-anhalt.de können Lehrerinnen und Lehrer passende Programme für ihre Klassen und Fächer finden und direkt mit den Anbietenden in Kontakt treten. Für Museen ist das Portal ein großartiges Schaufenster, in dem sie ihre museumspädagogischen Angebote präsentieren und von Schulen als relevante Partner-Organisationen gefunden werden können.

Neben Museen finden sich auf dem Portal auch weitere Akteurinnen und Akteure kultureller Kinder- und Jugendbildung und ein vielfältiges Angebot für außerschulisches Lernen. Außerdem gibt es Hinweise auf Förderprogramme und -möglichkeiten sowie Hinweise auf laufende Projekte und Kooperationen.
Registrierung und Eintragung von Angeboten erfolgt einfach und selbsterklärend durch ein Formular. Die Daten werden einmalig eingetragen und sollten regelmäßig auf Aktualität überprüft werden.
Der Museumsverband freut sich über die wunderbare Vernetzung und wünscht dem Portal regen Zulauf. Die AG Bildung und Vermittlung wird das Thema auf jeden Fall im Blick behalten. Sollten Kolleg:innen unsicher sein, wie sie dort Einträge anlegen, können Sie sich gerne bei Dr. Elisabeth Böhm (boehm@mv-sachsen-anhalt.de) melden.



Informationsveranstaltung zu Bildern im virtuellen Raum

Wenn Museen ihre Bilder digital veröffentlichen wollen, müssen Sie Urheber- und Persönlichkeitsrechte beachten. Die Rechtslage erscheint komplex, erst 2021 hat das deutsche Recht Änderungen aufgenommen, die auf europäischer Ebene ausgehandelt wurden. Doch statt ängstlich können Museen und Kulturerbeeinrichtungen eigentlich mutiger sein, wenn sie Objektfotos und digitale Objekte ins Netz stellen wollen. Was gilt und was gibt es zu beachten, um Bilder online zugänglich zu machen?
Dr. Christian Bracht, der federführend im NFDI4Culture-Konsortium für das Teilprojekt zu Daten-Standards zuständig ist und unter anderem das Land Hessen bei der Entwicklung der Open Access Policy des Landes beraten hat, gibt am 9. Dezember 2022 um 10 Uhr Einblicke in die Möglichkeiten und Grenzen digitaler Bildpublikation.
Es handelt sich bei der Veranstaltung um eine Informationsveranstaltung und keine Rechtsberatung! Wir geben Einblick in die praktische Arbeit mit Bilddaten im digitalen Raum.
Die Veranstaltung des Projekts eCulture im Museumsverband Sachsen-Anhalt richtet sich besonders an Mitarbeiter:innen in kleinen und mittleren Museen, ist aber für grundsätzlich für alle Interessierten nach Anmeldung unter eCulture@mv-sachsen-anhalt.de zugänglich.


Am Puls der Zeit?! Digitale Gesprächsreihe zur Zukunft kleiner Museen

Wo geht es hin in den kleinen Museen? Die Relevanz aktueller Debatten scheint oft weit weg von den kleinen Häusern, Herausforderungen der urbanen Kulturdynamiken sind für sie weniger greifbar. Doch gilt es für kleine Museen wie für alle Kulturorganisationen, dass sie für Menschen und Communities relevant sein, bleiben und werden müssen, um auch in Zukunft eine Erfolgsgeschichte schreiben zu können.

Sie prägen vielleicht nicht die spontane Vorstellung vom Museum, sind aber für die Museumslandschaft ungemein wichtig und oft einer der ersten expliziten Kulturorte, die besucht werden. Dass die kleinen Museen auf Krisenphänomene und Transformationsbewegungen reagieren müssen, ist klar. Dass ihre Herausforderungen trotzdem anders liegen können als diejenigen der großen Museen, leuchtet ein. Wie sie damit umgehen können, welche Fragen sich für kleine Häuser wie stellen und welche Faktoren für erfolgreiche und zukunftsfähige Arbeit relevant werden, diskutiert die Reihe „Am Puls der Zeit“.
In vier Sessions beleuchteten Expertinnen und Experten den Status Quo, aktuelle Transformationen, neue Synergien und den Weg zur nächsten Generation.

Wer die anregende und gut besuchte Reihe verpasst hat, oder die Panels als Videos nachschauen möchte, findet auf dem YouTube-Kanal der KuPoGe die Reihe als Playlist unter youtube.com



Online Vortragreihe Sammlung und Exponat

Marc Holly hat für die Beratungsstelle Bestandserhaltung eine digitale Reihe mit sechs virtuellen Vorträgen rund um Sammlungspflege und den Umgang mit Exponaten konzipiert. Zwischen 28. November 2022 und 20. Februar 2023 werden an den entsprechenden Montagen von 14 bis 15:30 Uhr die Themen Sammlungskonzept und Sammlungsmanagement mit Datenbanken, Fotografien als Sammlungsgut, spezielle Tinte und Tintenfraß, Umgang mit Flüssigkeitspräparaten, Leihverkehr und Vermeidung von Schimmel umrissen und diskutiert. Die Reihe wird in Kooperation mit dem Museumsverband auf Webex veranstaltet. Weitere Information zu den Terminen gibt es unter Beratungsstelle Bestandserhaltung. Anmeldung zu den Terminen ist über das digitale Anmeldeformular möglich.


#museumslauschen2.0


Der Podcast #museumslauschen geht weiter. In 6 neuen Folgen können Zuhörerinnen und Zuhörer ab dem 24. August 2022 erfahren, was es im Museum zu hören gibt. Alle drei Tage erscheint eine neue Folge, so dass wir am 24., 27. und 30. August sowie am 2., 5 und 8. September jeweils ein Museum geräschvoll besuchen. Mehr unter museumslauschen-2.podigee.io




Provenienzforschung im Fernsehen

Dr. Annette Müller-Spreitz war in der Sendung MDR Sachsen-Anhalt Heute zu Gast. Nach einem Einspieler mit Florian Fischer aus dem Kreismuseum Osterburg, der die Rückgabe einiger Objekte an die rechtmäßig Besitzenden erläuterte, erklärte sie die Arbeit der Koordinierungsstelle Provenienzforschung im Museumsverband Sachsen-Anhalt. Der Beitrag kann noch einige Tage in der MDR-Mediathek abgerufen werden: www.mdr.de/video


Quedlinburg
Lyonel-Feininger-Galerie


Lyonel-Feininger-Galerie erhält großzügige Förderung
Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Harzsparkasse und der Stiftung der Kreissparkasse Quedlinburg ermöglichen Neukonzeption
Förderung der Lyonel-Feininger-Galerie für die Einrichtung der neuen Dauerausstellung zu Leben und Werk von Lyonel Feininger


Die Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg ist das weltweit einzige Museum zum Werk des Bauhaus-Künstlers Lyonel Feininger. Für eine nachhaltige Neupositionierung des Museums wird die Dauerausstellung nun grundlegend überarbeitet und eine neue Werbestrategie entwickelt. Konservatorische Aspekte und eingeschränkte Ausstellungsflächen sind die zentralen Begrenzungspunkte, die auch bei einer Reorganisation zu berücksichtigen sein werden. Gleichwohl bieten die qualitätvolle Sammlung, der herausragende Standort im Zentrum der Welterbestadt, eine moderne Ausstellungstechnik sowie ein innovatives wie erfahrenes Team geeignete Voraussetzungen für eine erfolgreiche Realisierung des Vorhabens.

Anlässlich der Übergabe der Förderzusage an den Generaldirektor der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Dr. Christian Philipsen, und die Museumsdirektorin der Lyonel-Feininger-Galerie, Dr. Gloria Köpnick, erschienen am 29. Juni 2021 Wilfried Schlüter, Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung der Kreissparkasse Quedlinburg und Vorstandsvorsitzender der Harzsparkasse, Haiko Elschner, Vorstandsmitglied der Stiftung der Kreissparkasse Quedlinburg und der Harzsparkasse, und Steffi Rienäcker, Vorstandsvorsitzende der Stiftung der Kreissparkasse Quedlinburg.

"Aus touristischer Sicht ist die Lyonel-Feininger-Galerie sehr wichtig für die Stadt Quedlinburg. Deshalb unterstützen die Stiftung der Kreissparkasse Quedlinburg und die Harzsparkasse seit vielen Jahren Projekte der Lyonel-Feininger Galerie großzügig.
Viele Besucher kommen insbesondere wegen der Galerie nach Quedlinburg und geben dann in Quedlinburg weiteres Geld aus. Interessante Ausstellungen bundesweit zu bewerben, erachtet die Harzsparkasse deshalb als besonders wichtig“, betonte Sparkassenchef Wilfried Schlüter.

"Die großzügige Förderung ist für die Lyonel-Feininger-Galerie eine Chance, das Haus als Ort der Kunst auszubauen, neue Anreize für einen Museumsbesuch zu schaffen und die überregionale Bedeutung zu steigern“, so der Generaldirektor der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt Dr. Christian Philipsen.

"Die Förderung ermöglicht es uns, eine zeitgemäße Präsentation zu realisieren, die wichtige Meilensteine im Leben des Künstlers thematisieren wird“, sagt Museumsdirektorin Dr. Gloria Köpnick: "Auch die wechselvolle Geschichte der Sammlung des Museums soll erstmals ins Narrativ der Ausstellung aufgenommen werden.“


Notfallhandreichung ICCROM

Die Notfallhandreichung des International Centre for the Study and the Preservation and Restoration of Cultural Property (ICCROM) für die Evakuierung von Kulturerbesammlungen in Notsituationen ist jetzt auch in Deutsch und damit in insgesamt 13 Sprachen frei verfügbar.
Link zur ICCROM-Seite mit der Ankündigung und dem PDF: iccrom.org/news/emergency-evacuation-guidelines-now-available-german


Sammlungszuwachs: Gelmeroda

Gelmeroda Lithografie Lyonel Feiningers für die Lyonel Feininger Galerie Quedlinburg

Dank der großzügigen Unterstützung durch den Förderverein der Lyonel Feininger Galerie konnte ein Abzug der Lithografie "Gelmeroda“ (1955) aus thüringischem Privatbesitz als Dauerleihgabe für die Sammlung erworben werden.

Kaum ein anderes Motiv hat Lyonel Feininger so viele Jahrzehnte beschäftigt, wie die Häusersilhouette des nahe Weimar gelegenen Dorfes Gelmeroda mit ihrem markanten, spitzen Kirchturm. In zahlreichen Zeichnungen und Skizzen, ausdrucksstarken Druckgrafiken und einer Serie kristalliner Gemälde widmete sich der deutsch amerikanische Künstler diesem Bildthema. Während die ersten Gelmeroda Skizzen bereits 1906 entstanden, datiert die letzte bekannte Variation ins Jahr 1955, kurz vor Feiningers Tod: In einer für die Hannoveraner Kestnergesellschaft gedruckten Lithografie erhebt sich der ikonisch gewordene Kirchturm in filigraner Leichtigkeit.

"Die Lithografie ergänzt auf hervorragende Weise den Bestand der‚ Arbeiten des Museums“, sagt Museumsdirektorin Dr. Gloria Köpnick: „Die Druckgrafik ist der Schlussstein der vielleicht bedeutendsten Serie des Bauhaus Künstlers und bildet den Abschluss des Rundgangs unserer aktuellen Ausstellung Becoming Feininger.“

Dank der großzügigen Unterstützung durch den Förderverein der Lyonel Feininger Galerie konnte ein Abzug der Lithografie nun aus thüringischem Privatbesitz als Dauerleihgabe des Fördervereins für die Sammlung erworben werden: "Als Förderverein freuen wir uns sehr, die Arbeit dieser bedeutenden Galerie unterstützen zu können“, sagt Kristina Fischer Gerloff, Vorsitzende des Fördervereins.


Hinweis zu Öffnungen der Museen

Bitte informieren Sie sich vor einem Museumsbesuch, ob die Einrichtung geöffnet ist, was zu besichtigen ist und welche Bestimmungen dort derzeit gelten. Durch die Corona-Pandemie hängen die Öffnungszeiten der einzelnen Einrichtungen von verschiedenen Faktoren ab. Vielen Dank für Ihr Verständnis.


Neustart Kultur: Förderprogramm

Das angekündigte Förderprogramm für Digitalisierungsvorhaben für Museen und Kultureinrichtungen im Rahmen von NEUSTART KULTUR wird am 25. Februar 2021 freigeschaltet.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Registrierung bei der DDB zum Zeitpunkt der Abgabe des Förderantrages
- Die beantragte Fördersumme muss mindestens 10.000 € und darf maximal 200.000 € betragen.
- Der erforderliche Eigenanteil der antragstellenden Kultur- und Wissenseinrichtung liegt bei 10 Prozent. Die Einbringung von baren Eigenmitteln in Höhe von 10 Prozent der Gesamtprojektsumme ist erforderlich und kann auch durch eingeworbene Drittmittel erfolgen.
- Die Anträge können ausschließlich über das Online-Antragsformular des Deutschen Bibliotheksverband e. V. eingereicht werden.
- Das Antragsformular wird ab dem 25.02.2021, 10:00 Uhr, freigeschaltet.
- Start der Digitalisierungsprojekte: frühestens 31.03.2021
- Ende der Digitalisierungsprojekte: spätestens 31.12.2021

Weitere Informationen und AnsprechpartnerInnen finden Sie unter:
https://pro.deutsche-digitale-bibliothek.de/neustart-kultur


Burg Falkenstein goes digital

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen!

Nicht erst seit der digitalen Erfassung von Sammlungsbeständen in Online-Datenbanken und der damit verbundenen dauerhaften Bewahrung für die Zukunft wissen Museen um die Vorteile der Digitalisierung. Im Zuge der andauernden pandemiebedingten Museumsschließungen eröffnet die Digitalisierung zunehmend auch im Bereich der Kulturvermittlung neue kreative Möglichkeiten, Wissen und Informationen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Auch die Burg Falkenstein im Harz nutzt diese Chancen und Möglichkeiten für ihre museumspädagogische Arbeit. Unter dem Hashtag #closedbutopen veröffentlicht sie regelmäßig informative Online-Beiträge zur Burg- und Baugeschichte auf ihrer Webseite. Interessantes und Kurioses über die Burg und ihre einstigen Bewohner erfährt man aber auch auf spielerische Art und Weise beim Lösen kniffliger Aufgaben in den als interaktives Wissensquiz gestalteten Action-Bounds.
Seit wenigen Tagen ergänzt ein virtueller Rundgang durch Kernburg und Ausstellungsräume das digitale Angebot. Klick für Klick begibt man sich auf dem Smartphone, Tablet oder am heimischen PC auf eine Zeit- und Entdeckungsreise durch die Burg Falkenstein. Von der Burgkapelle mit ihrem hochmittelalterlichen Glasfenster über den herrschaftlich eingerichteten Rittersaal und die ehemaligen Privatgemächer des Burgherrn gelangt man schließlich – und das völlig mühelos und ohne Anstrengungen – hinauf zum mächtigen Bergfried. Von dessen Aussichtsplattform kann man einen fantastischen Blick auf das Selketal genießen. Aufrufbare Texte liefern knappe Informationen zu einzelnen Räumen, Grundrisse und Geschosspläne erleichtern die Orientierung oder bieten die Möglichkeit, zwischen Standorten und Ebenen zu navigieren. Ein großer Vorteil: Der Besuch der virtuellen Burg ist völlig unabhängig von Tageszeit wie Wetterlage und vor allem kostenlos!
Möglich gemacht hat diese virtuelle Entdeckungsreise die Firma Museum Virtuell mit Sitz in Gich am Niederrhein. Zahlreiche 360°- Fotoeinzelaufnahmen wurden hierfür zu einem Gesamtbild der Burg aneinandergefügt. Anbieter des Dienstes ist Matterport Inc. Sowohl der virtuelle Rundgang als auch alle anderen digitalen Angebote stehen allen interessierten Nutzern barrierefrei auf unserer Webseite unter: www.burg-falkenstein.de zur Verfügung.


Blankenburg
Kloster Michaelstein


Onlineführungen im virtuellen Kloster Michaelstein
Zahlreiche Besucher seit Eröffnung des digitalen Museums


Erst im Dezember letzten Jahres wurde der digitale Zwilling des Klosters Michaelsteinin Blankenburg (Harz) von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann eröffnet. Seither haben bereits 5000 Gäste das virtuelle Museum besucht.
Neben dem individuellen kostenfreien Besuch kann seit kurzem jeweils mittwochs um 10.30 Uhr und freitags um 18 Uhr die Onlineführung "Dreiklang virtuell - KlosterRäume, KlosterGärten & KlangZeitRaum" gebucht werden. Auch die Musikmaschine des Salomon de Caus wird mittwochs und freitags jeweils um 14 Uhr für das Publikum virtuell vorgestellt.

Weitere Informationen: kloster-michaelstein


Lutherstadt Wittenberg
Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt


16 Wochen Schließzeit, verkürzte Öffnungszeiten, kaum Gruppen- und Auslandstourismus: Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt mit ihren fünf Museen hat im vergangenen Jahr einen Besuchereinbruch um 60 Prozent erlitten. Nach etwa 118.000 Besuchern im Jahr 2019 seien im Corona-Jahr nur noch rund 47.000 gekommen, erklärte eine Sprecherin der Stiftung am Dienstag in Wittenberg.

Für 2021 sei eine neue Ausstellung mit dem Titel "Pest. Eine Seuche verändert die Welt" in Wittenberg geplant. Sie solle vom 20. August an zeigen, wie die Pest im Zusammenspiel mit anderen Seuchen Antrieb für tiefgreifende Veränderungen in Medizin, Gesellschaft und Religion war und wie sie die Zeit der Reformation prägte.

Die Mitmachausstellung "Raus mit der Sprache!" im Museum Luthers Sterbehaus in Eisleben hatte nach vier Wochen wieder schließen müssen. Sie bleibe aber ein wichtiges Angebot der Stiftung und werde bis zum 31. Oktober 2022 zu sehen sein, hieß es weiter. Die Ausstellung lädt Kinder, Jugendliche und Familien dazu ein, Sprache spielerisch und interaktiv zu erkunden und bewusster einzusetzen.

Zudem sind mehrere neue Angebote für Kinder und Erwachsene in den Häusern der Stiftung geplant. Dazu gehören eine kulinarische Erlebnisführung durch das Lutherhaus, ein neuer Mittelalterraum in Wittenberg, in dem ein Thronsaal nachempfunden werde, sowie Hochbeete nach historischem Vorbild in Mansfeld in Luthers Elternhaus.


Halle
Landesmuseum für Vorgeschichte


Das Landesmuseum für Vorgeschichte zeigt ab dem 4. Juni 2021 bis zum 9. Januar 2022 eine große Sonderausstellung, in der die Ergebnisse der weitreichenden Forschungen rund um die Himmelsscheibe von Nebra der vergangenen 20 Jahre in einer einzigartigen Verknüpfung von Naturwissenschaft, Archäologie, Gesellschaftstheorie und Kunst präsentiert werden. Neueste Erkenntnisse zum Fernhandel, gesellschaftlichen Eliten, Glaubensvorstellungen, monumentalen Grab- und Ritualbauten und der Genetik werden mittels spektakulärer und zahlreicher Leihgaben aus ganz Europa illustriert und in bewährt exklusiver Gestaltung in Szene gesetzt. Für den Besucher entsteht das faszinierende Bild eines vernetzten Europas am Ende der Steinzeit und während der Bronzezeit mit Fürstengräbern, goldenen Ritualobjekten, Kultanlagen und Importen aus dem Orient.


Halle
Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)


Alte Meister in der »Burg der Moderne«
Neue Sammlungspräsentation


Das Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt ist ein Museum für die Kunst der Moderne. Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht auch Alte Meister in den Sammlungsbeständen gäbe – im Gegenteil! Die in den Depots verborgenen, lange nicht präsentierten Schätze können ab dem 24. Oktober im neuen Teil der Dauerausstellung erkundet werden. Selbst Kenner der halleschen Sammlung werden so manche Entdeckung machen!

In Vorbereitung der neuen Sammlungspräsentation wurden die Ausstellungsräume im Talamt, das in den vergangenen knapp 3 Jahren infolge der Aufzugsbauarbeiten teilweise geschlossen bzw. für Sonderausstellungen genutzt worden war, renoviert. Dabei wurden alle Räume, die zuvor in verschiedenen Tönen gehalten waren, neu gestrichen und in Absprache mit der Denkmalpflege in ihrer Erscheinung vereinheitlicht. Alle Wände haben einen beigefarbenen Anstrich erhalten, sodass die ausgestellten Kunstwerke sich in ihrer ganzen Pracht entfalten können. Darüber hinaus wurden die Fenster im Obergeschoss wieder geöffnet und mit einer das Licht filternden Folie versehen, sodass die Räume wieder im Tageslicht wirken und die Besucher den Blick nach außen haben. Im Erdgeschoss wurden im sogenannten Neogotischen Zimmer drei neue Stellwände eingebaut, auf denen die Landschaftsgemälde von Caspar David Friedrich, Alexandre Calame und Carl Gotthard Grass präsentiert werden. Beide Ausstellungsetagen sind über den neuen Personenaufzug barrierefrei erreichbar.

In den beiden Etagen des Talamtsgebäudes im Südflügel der Moritzburg werden in sechs Räumen insgesamt 192 Werke aus der eigenen Sammlung vom 16. bis 19. Jahrhundert präsentiert – 60 Gemälde, 6 Plastiken sowie 126 Objekte des Kunsthandwerks und Medaillen. Neben Arbeiten von Anselm Feuerbach, Hans von Marées oder Carl Adolf Senff gibt es vor allem für die ältere Kunst viel Neues zu erleben, darunter Gemälde von französischen und italienischen Meistern. Besondere Höhepunkte sind das Vanitas-Stillleben des Meisters des Almanachs des Damien Lhomme, der in der Mitte des 17. Jahrhunderts in Troyes wirkte, und die Diana Hans‘ von Aachen, des Hofmalers Kaiser Rudolfs II. in Prag. Ein Wiedersehen feiern können die Museumsgäste mit Caspar David Friedrichs Klosterruine Oybin, dessen hinterleuchteter Mond immer wieder in seinen Bann zieht.

Die Gemälde werden flankiert von herausragenden plastischen Werken. Johann Gottfried Schadows Marmorbüsten Friedrich Wilhelms III. und Luise von Preußens zeigen das klassizistische Ideal eines Königspaares in perfekter Form. Mit dem Knieenden Mädchen von Aristide Maillol ist ein Werk vertreten, das für die Neuerungen im plastischen Schaffen um die Jahrhundertwende steht. Und auch in diesem Bereich gibt es neben zahlreichen weiteren Bekannten eine Neuentdeckung aus dem Depot, die viele Jahre nicht öffentlich ausgestellt war: die Figur (evtl. aus Spanien) einer Nonne aus dem 17./18. Jh., wahrscheinlich die heilige Teresa von Avila, mit Augen aus Glas, die in das elfenbeinerne Gesicht eingelegt wurden. Diese Technik der aus Glas eingelegten Augen brachten einst spanische Missionare aus Japan von den dortigen Buddhafiguren mit.

Kunsthandwerkliche Gegenstände wie kostbares venezianisches Glas aus dem 16. Jahrhundert sowie verschiedenste Medaillen und Miniaturen ergänzen die Ausstellung. Im Barockzimmer sticht vor allem ein in den 1780er Jahren in der königlichen Manufaktur in Sèvres gefertigter Ziertisch heraus, der für den Hof König Ludwigs XVI. gefertigt wurde.

Viele der Werke gehören zu den Ursprungsbeständen des 1885 gegründeten Museums und werden seit Langem wieder oder überhaupt erstmals ausgestellt. Die neue Sammlungspräsentation schließt die Lücke zwischen der 2017/18 eingerichteten Präsentation Wege der Moderne. Kunst in Deutschland im 20. Jahrhundert und der sakralen Kunst vom Mittelalter bis Barock. Damit können die Besucher nun erstmals in der Museumsgeschichte überhaupt anhand der Sammlungsbestände einen geschlossenen Rundgang durch 800 Jahre Kunstgeschichte erleben.


Projekt Weltenbummel: Globalisierung im Museum vermitteln

Viele Museen bewahren Gegenstände, anhand derer sich eine Vielzahl von Geschichten rund um den Austausch in Kultur und Natur gefunden werden können. Aspekte zur Globalisierung können also ganz einfach im nahen Museum gefunden und diskutiert werden. Das auch auf den Lehrplänen der Schulen Sachsen-Anhalts stehende Thema Welterkundung wird vor Ort lebendig, meist in Tandems bestehend aus Museumsmitarbeitern und Fachleuten vermittelt. Dabei stehen der gegenseitige Austausch auf Augenhöhe und ein möglicher Perspektivwechsel im Vordergrund der Angebote.

Künftige Besucher der um das Globale Lernen erweiterten Angebote erleben Museen aus einem neuen Sichtwinkel. Dieser ermöglicht eine qualifizierte Auseinandersetzung mit Globalisierungsaspekten. Museen können sie künftig als Möglichkeit der kritischen Auseinandersetzung von Nord-Süd-Vernetzungen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nutzen.

Gearbeitet wird in Museen im gesamten Bundesland. Einbezogen sind größere wie auch kleinere Museen:
• Museum Kloster Michaelstein, Blankenburg
• Kreismuseum Bitterfeld
• Franckesche Stiftungen zu Halle
• Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
• Kulturhistorisches Museum Magdeburg
• Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg
• Spengler-Museum Sangerhausen
• Museum Schloss Neu-Augustusburg Weißenfels

Das Kooperationsprojekt Weltenbummel vom Museumsverband Sachsensen-Anhalte. V. und OIKOS EINE WELT e. V. wird unterstützt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dem Land Sachsen-Anhalt und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.


Halle
Kunstmuseum Moritzburg Halle


Rückkehr zweier Werke von Max Liebermann als Dauerleihgaben

Am 14. Mai 1938 befürwortete der hallesche Dezernent für das "Moritzburg-Museum“, Stadtschulrat und Gaukulturwart Bernhard Grahmann, einen Antrag des damaligen Direktors des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale), Hermann Schiebel, bezüglich der Aussonderung zweier Gemälde von Max Liebermann (1847–1935) mit folgenden Worten:
"Der Ankauf bzw. Austausch der 2 Bilder von Max Liebermann wird von mir befürwortet. Das Bild von SCHLEICH d. Ä. ist ein sehr wertvolles Gemälde, das zur Abrundung unserer Sammlung erforderlich ist. Die abzugebenden beiden Bilder von Liebermann sind für uns als Ausstellungsstücke nicht mehr verwendbar, da Liebermann Jude ist.“ Die beiden Gemälde "Venezianische Gasse nach links“ (1878) und "Alte Frau an der Haustür“ (1878) des in einem späteren Schreiben von Schiebel so bezeichneten "Juden L.“ wurden der Galerie Franke in Leipzig in Zahlung gegeben und im Tausch mit zusätzlichen 1000 Reichsmark die Ölstudie "Erntewagen in bayrischer Voralpenlandschaft“ (1863) von Eduard Schleich d. Ä. gekauft. Anders als z. B. in der Nationalgalerie Berlin, wo Werke Liebermanns auch nach der Aktion "Entartete Kunst“ zu sehen waren, entschied man sich in Halle (Saale), die Werke eigeninitiativ aus der Sammlung zu entfernen. Als "entartet“ galt die Kunst Max Liebermanns, der vor 85 Jahren verstarb, nicht aufgrund künstlerischer Aspekte, sondern weil er jüdischen Glaubens war.

Nun kehren die genannten beiden Werke Max Liebermanns 82 Jahre nach ihrer Aussonderung aus der Museumssammlung als Dauerleihgaben erstmals wieder an das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) zurück und wir laden Sie ein, dabei zu sein, wenn sie in die Ausstellung integriert werden. Bei dieser Gelegenheit werden wir detailliert über die Hintergründe des Verkaufs informieren und auch das eingetauschte Werk von Eduard Schleich d. Ä. präsentieren.


Förderung von Provenienzforschung

Seit dem 1. April 2015 befindet sich der Sitz des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste in der Humboldtstraße 12 in Magdeburg. Es führt unter anderem die Aufgaben der ehemaligen Koordinierungsstelle Magdeburg, die im April 2000 lostart online schaltete, und der ehemaligen Arbeitsstelle für Provenienzforschung fort. Das Zentrum hat vor allem die Aufgabe, öffentliche Einrichtungen bei der Suche nach NS-Raubkunst zu beraten und finanziell zu unterstützen. Auf der Website finden Sie Hinweise zu den Förderrichtlinien: kulturgutverluste


Leitfäden des Deutschen Museumsbundes

Im Internet unter museumsbund.de/cms/index.php?id=773&L=0 stehen folgende Leitfäden zur Museumsarbeit zum Download zur Verfügung
- Bürgerschaftliches Engagement im Museum (2008)
- Qualitätskriterien für Museen: Bildungs- und Vermittlungsarbeit (2008)
- Museumsberufe - Eine europäische Empfehlung (2008)
- Leitfaden für das wissenschaftliche Volontariat am Museum (2018)
- Leitfaden für die Erstellung eins Museumskonzepts (2011)
- Nachhaltiges Sammeln – Ein Leitfaden zum Sammeln und Abgeben von Museumsgut (2011)
- Standards für Museen (2011)
- Leitfaden für die Dokumentation von Museumsobjekten (2011)
- schule@museum – Eine Handreichung für die Zusammenarbeit (2012)
- Museen, Migration und kulturelle Vielfalt; Handreichung für die Museumsarbeit (2015)
- Das inklusive Museum - Ein Leitfaden zu Barrierefreiheit und Inklusion (2016)
- Hauptsache Publikum! Besucherforschung für die Museumspraxis (2019)


Umgang mit Archivgut

Viele Museen enthalten Archivgut oder sind für die städtischen historischen Archive zuständig. Das Landesarchiv NRW hat eine umfangreiche, an der Praxis orientierte Broschüre zum Umgang mit Archivgut herausgegeben:
Clemens Rehm/Wilfried Reininghaus (Hg.): Richtlinien zu Kulturgut und Notfallbewältigung. Neue Strategien der Schadensprävention und -behebung bei Archivgut. Düsseldorf 2011 (Veröffentlichungen des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen 42).
ISBN 978-3-9804317-1-2. 172 S., broschiert,
Verkaufspreis: 5 Euro.

Der Band kann über das Landesarchiv NRW
Graf-Adolf-Straße 67
40210 Düsseldorf
Tel.: +49 211 159238-0
Fax: +49 211 159238-111